10 Jahre APPEAR „Hörschau“ Nachhaltiger Tourismus und Entwicklung

19. März 2021 Forscher/innenEntwicklungsforschung
In der Corona-Krise steht die Tourismusindustrie auch im Südkaukasus still. Nachhaltig reisen ist in aller Munde. Und was kann Wissenschaft dazu beitragen?

Im Pandemiejahr gab es eine Milliarde Reisende weniger. Erstmals wurde die Milliardenmarke vor fast 10 Jahren erreicht. 2019 war ein Rekordjahr mit 1.5 Milliarden Touristinnen und Touristen. Die Auswirkungen von COVID-19 auf die Tourismusindustrie hat zu dramatischen wirtschaftlichen Einbrüchen geführt. Die Folgen sind für Einzelne oftmals sehr weitreichend, denn der Sektor ist in tourismusspezifische Dienstleistungen verzweigt.

Mehr als die Hälfte der 320 Millionen Menschen, die in der Reisebranche tätig sind, sind Frauen. Millionen haben ihre Jobs verloren. Was für viele existenzbedrohlich ist, scheint – zumindest kurzfristig - ein Segen für das Klima zu sein. Um die Erderhitzung zu reduzieren und die Pariser Klima-Ziele zu erreichen, müssten Verkehr und industrielle Produktion wie zu Pandemiezeiten jährlich „heruntergefahren“ werden.

Die Reisebranche erholt sich sehr schnell. Fraglich ist, ob das Problembewusstsein hinsichtlich Freizeitverhalten und ökologischen Belastungen dadurch gestiegen ist. Reise- und Sicherheitswarnungen sind von Austria bis Sansibar manches Mal aus persönlichen wirtschaftlichen Interessen ignoriert worden. Dieses Jahr hat zahlreiche kritische Diskussionen entfacht, die es außerhalb des Massentourismus schon lange gibt: Was heißt „nachhaltiger“ Tourismus für globale Entwicklung?

In dieser Sendung hören Sie Beiträge aus unserem großen Radio- und Podcast Archiv zum Thema. Und im aktuellen Interview berichten Lela Khartishvili und Tigran Keryan, zwei Stipendiaten aus Georgien und Armenien, die im APPEAR Projekt Transdisciplinarity for Sustainable Tourism Development in the Caucasus Region (CauacaSusT), dem akademischen Hochschulkooperationsprogramm der OEZA und implementiert durch den OeAD, mitgewirkt haben. Sie berichten auf welche Weise akademisches Wissen nachhaltigen Tourismus in der Kaukasus Region fördern kann.

Gestaltung und Moderation Maiada Hadaia (für den Inhalt verantwortlich)

Im Interview

Dr.in Margit Leuthold, Beirätin im Verein respect/Naturfreunde International (NFI), Pädagogin, ev. Theologin

Dr. Franz Kolland, Soziologe, Universität Wien

Mag. Michael Grabner, Regionalvertreter Österreichisches Rotes Kreuz Südkaukasus

Dr. Tigran Keryan, APPEAR Projektmitarbeiter, Stipendiat Institut für Landschaftsentwicklung, Erholungs- und Naturschutzplanung (ILEN)/BOKU

Dr.in Lela Khartishvili, APPEAR-CauacaSusT Stipendiatin, Projektmitarbeiterin

Audioarchiv

Die "weiße Industrie": Neokolonialismus oder sanfter Tourismus? (7.9.2012)

Nachhaltiges Reisen in Entwicklungsländern – frommer Wunsch oder realistisches Tourismuskonzept? (18.9.2017)

Musik: Sundayers-Dentro de Mi; Red Lion-Manana, Ofri Eliaz-Hamavdil, Sonic Ahmed-mashkenka, The Mind Orchestra-Vibe Merchant. Nachzuhören auf Jamendo, einer Community für freie, legale und unlimitierte Musik, die unter Creative Commons Lizenzen veröffentlicht wurde.

Podcast-Logo: Alumni AudioLab

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