Extremismusprävention

Wortwolke mit Begriffen wie Prävention, Extremismus, Schule, Erfahrung, Demokratie © OeAD/wortwolken.com

In den nächsten drei Jahren sollen Schüler/innen aller Schultypen in ganz Österreich für das Thema Extremismus sensibilisiert und ihre Resilienz gegenüber Radikalisierung gestärkt werden. Mit diesem Call lädt das Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung Organisationen und Personen ein, Angebote zur Extremismusprävention an Schulen einzureichen. Die Angebote können zwischen 17.1.2022 und 18.2.2022 eingereicht werden.

Die fachliche Begleitung des Auswahlprozesses sowie die Evaluation der Angebote erfolgt durch das Institut für angewandte Rechts- und Kriminalsoziologie an der Universität Innsbruck und durch die Beratungsstelle Extremismus (Träger: Bundesweites Netzwerk Offene Jugendarbeit). Die organisatorische und technische Umsetzung erfolgt durch den OeAD.

Präventionsarbeit darf nicht erst einsetzen, wenn Personen bereit sind, im Namen einer Ideologie Gewaltakte zu verüben. Primärprävention setzt früher ein und möchte niederschwellig, breit und zielgruppenadäquat für die Gefahren von Ungleichheitsideologien sensibilisieren, die Resilienz von Kindern und Jugendlichen fördern sowie Reflexionsangebote für Fragen von Identität und Zusammenleben in pluralen Gesellschaften setzen.

Informationen zur Ausschreibung

Die eingereichten Angebote sollen sich auf folgende Themen beziehen: Konfliktlösung und Gewaltprävention, demokratische Debattenkultur und Menschenrechte, Partizipation und politische Bildung, extremistische Gruppierungen und Ideologien, Radikalisierungsprozesse, Medienkompetenz und Verschwörungstheorien, Diskriminierung und Vorurteilssensibilisierung, Identität, Zusammenleben und Wertvorstellungen, Zivilcourage sowie österreichische Geschichte und Erinnerungskultur.

Die eingereichten Formate sollen 3 – 4 Unterrichtseinheiten umfassen, daher bieten sich klassische Workshops im Klassenverband besonders an. Die Anbieter/innen sind aber auch eingeladen, andere Formate und methodische Herangehensweisen einzureichen. Dies kann von Stationenbetrieben mit mehreren Klassen bis zu Exkursionen reichen. Die einzelnen Workshops bzw. die vergleichbaren Angebote werden mit einem Brutto-Pauschalbetrag von 550 Euro vergütet (womit u.a. sämtliche Fahrzeiten, Fahrtkosten, Material, Vor- und Nachbereitung sowie Mitwirkung an der Evaluation, Lohnkosten, Abgaben und Steuern abgegolten sind). Workshop-Reihen und aufeinander aufbauende Angebote sind möglich, diese müssen von den Schulen jedoch auch einzeln gebucht werden können.

Zielgruppe

Die Zielgruppe sind Schüler/innen aller Schulstufen und -typen. Die altersadäquate Vermittlung ist von besonderer Bedeutung; wendet sich das Angebot an mehrere Zielgruppen, so sind Überlegungen zur Adaption festzuhalten.

Wer kann einreichen?

Bewerben können sich Einrichtungen verschiedener Rechtsträger sowie Einzelpersonen.

Die Vermittlung der Inhalte soll gängigen Vorstellungen und Good Practices der Präventionsarbeit und politischen Bildung folgen. Dazu gehören insbesondere eine demokratische und partizipative Vermittlungskultur, die den Austausch unter den Jugendlichen fördert, sowie die Berücksichtigung gender- und diversitätsorientierter Aspekte.

Die eingereichten Angebote werden gesichtet und mittels Punktesystem bewertet. Erfolgt eine positive Beurteilung des Angebots, wird dieses in eine Datenbank aufgenommen. Mittels unterschiedlicher Filter (Region, Inhalt, Zielgruppe) können Schulen die für sie passenden Angebote abrufen und anfragen.

Ablauf

Der Ablauf von der Bewerbung bis zur Buchung der Angebote von Schulen ist folgendermaßen vorgesehen:

  • Einreichungszeitraum: 17.1.2022 – 18.2.2022
  • Verständigung über Aufnahme in den Angebotspool bzw. Ablehnung: Mitte März 2022
  • Buchung der Angebote durch Schulen ab: Anfang April 2022

Die eingereichten Angebote werden gesichtet und bewertet. Erfolgt eine positive Beurteilung des Angebots, wird dieses in eine Datenbank aufgenommen. Mittels unterschiedlicher Filter (Region, Inhalt, Zielgruppe) können Schulen die für sie passenden Angebote abrufen und anfragen.

Die Bewertung der Angebote erfolgt nach folgenden Kriterien:

  • Qualifikation und Erfahrung der Anbieter/innen und Trainer/innen
  • Schlüssigkeit und inhaltliche Qualität der Angebote
  • ausreichende Ressourcen für die Umsetzung des Angebots und Verfügbarkeit
  • verwendete Konzepte und Methoden
  • zielgruppenadäquate Vermittlung
  • Konzeption der Angebote nach gängigen Vorstellungen der politischen Bildung (z.B. demokratische Vermittlungskultur, Diversity und Gender-Orientierung, Vorurteilsreflexion)
  • Preis-Leistungsverhältnis
  • Referenzprojekte

Da erfahrungsgemäß eine ungleiche regionale Verteilung an Einrichtungen und Angeboten besteht, sind Zusatzpunkte für Angebote vorgesehen, die außerhalb von Ballungszentren bzw. in unterversorgten Regionen umgesetzt werden können. Gleiches gilt für Angebote, die sich explizit an Polytechnische und Berufsschulen wenden, da hier besonderer Bedarf besteht.

Für die Ausarbeitung der Angebote sowie für weitere damit verbundene Aufwendungen (z.B. durch Rückfragen) erhält der Anbieter keine Vergütung und keinen Spesenersatz.

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