60 Jahre OeAD: _erinnern.at_ - Lehren und Lernen über Nationalsozialismus und Holocaust

30. Dezember 2021 OeAD60Schule
Denkmal
Mit der 2022 erfolgenden Integration von _erinnern.at_ in den OeAD wird Holocaust Education in der österreichischen Bildung noch stärker verankert.

_erinnern.at_ wurde im Jahr 2000 als Verein des Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft und Forschung gegründet und zählt zu Österreichs führenden Organisationen der historisch-politischen Bildung in den Themenfeldern Nationalsozialismus, Holocaust und Antisemitismus. Es unterstützt den Transfer von historischem und methodisch-didaktischem Wissen in die Bildungspraxis sowie die Reflexion der Ursachen und Folgen des Holocaust für die Gegenwart.

Zu den Arbeitsschwerpunkten zählen die Konzeption und Umsetzung von Seminaren und Fortbildungen für LehrerInnen und die Entwicklung von Unterrichtsmaterialien, Lernwebsites und Handreichungen zu o.g. Themen. Dabei wird kontinuierlich mit renommierten nationalen und internationalen Partner/innen kooperiert, wie etwa der IHRA (International Holocaust Remembrance Alliance). Viele Materialien wurden ausgezeichnet und gelten international als best practice; der Praxiseinsatz wird in der Lehrer/innenausbildung und bei Seminaren an Pädagogischen Hochschulen erprobt. Auf der regionalen und lokalen Ebene erfolgt die Arbeit von _erinnern.at_ gemeinsam mit dezentralen Netzwerkkoordinator/innen in allen neun Bundesländern. Sie organisieren Seminare und Veranstaltungen vor Ort und dienen als Ansprechpartner/innen für Schulen.

Digitale Lernressourcen: Einblick ins Projekt „Digitale Erinnerungslandschaft“  

Die Netzwerke fungieren darüber hinaus als Plattform für die Umsetzung von gemeinsamen Projekten, wie etwa das aktuelle Projekt „Digitale Erinnerungslandschaft Österreich (DERLA) – Verfolgung und Widerstand im Nationalsozialismus | dokumentieren und vermitteln“.

DERLA ist ein interdisziplinäres Dokumentations- und Vermittlungsprojekt: Es dokumentiert die Erinnerungsorte und -zeichen für die Opfer sowie die Orte des Terrors des Nationalsozialismus in Österreich und setzt sich die kritische Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus und der Erinnerung an ihn und seine Opfer zum Ziel. Derzeit sind die Steiermark und Vorarlberg abrufbar, an den weiteren Bundesländern wird gearbeitet.

Die vier wesentlichen Bausteine des unter der Website www.erinnerungslandschaft.at verfügbaren Lernangebotes sind folgende:

  • Eine interaktive Karte der Erinnerung führt zu den einzelnen Erinnerungsorten und -zeichen und macht deren Geschichte sichtbar.
  • Im Archiv der Namen werden all jene Menschen, die auf den Erinnerungszeichen genannt und erinnert werden, biografisch vorgestellt. DERLA setzt ihnen ein virtuelles Erinnerungszeichen.
  • Im Vermittlungsportal finden sich ortsgebundene und ortungebundene Angebote für die schulische Vermittlungsarbeit. Das historische Lernen mit DERLA kann sowohl vor Ort als auch im Klassenzimmer erfolgen.
  • Die Wege der Erinnerung führen entlang kuratierter Routen in spezifische Themen der Geschichte des Nationalsozialismus und der Erinnerungskultur ein.

_erinnern.at_ als neues Programm im OeAD

2022 wird _erinnern.at_ das vom OeAD durchgeführte Programm zum Lehren und Lernen über Nationalsozialismus und Holocaust. Anlässlich der Pressenaussendung  zur Integration von _erinnern.at_ in den OeAD zeigten sich Martina Maschke und Manfred Wirtitsch, Obleute des Vereins _erinnern.at_ vom Mehrwert der Integration überzeugt: „Es ist von enormer Wichtigkeit, dass wir Holocaust Education in der Bildung stark verankern, damit zukünftige Generationen nicht vergessen. Mit der Integration des Vereins in den OeAD sind seine Tätigkeiten nachhaltig abgesichert. Mehr noch: im Rahmen der größeren Organisation OeAD können Schnittstellen zu anderen Bildungsfeldern positiv genutzt werden“.

Autorin: Victoria Kumar, _erinnern.at_

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