Erasmus+ Kontaktseminar Israel 20. - 21.9.2016

20. September 2016
Gruppenbild mit Teilnehmer des Kontaktseminars
Erasmus+ Kontaktseminar für Hochschulen aus Österreich und Israel

Im Rahmen eines zweitägigen Kontaktseminars trafen Ende September 2016 mehr als 70 Vertre-ter/innen österreichischer und israelischer Hochschulen im Raum Tel Aviv zusammen, um Einblicke in die Hochschulsysteme beider Länder zu gewinnen, Studienangebote und fachliche Schwerpunkte zu präsentieren, sowie konkrete gemeinsame Initiativen und Projekte zu entwickeln. Das Seminar wurde mit gemeinsam von der Nationalagentur Erasmus+ Bildung (OeAD-GmbH) und vom israelischen National Erasmus+ Office geplant und durchgeführt. Nach einem ersten Gedankenaustausch im Vorjahr wurde die Initiative mit einer Vorbereitungszeit von rund sechs Monaten umgesetzt.

Bei den Überlegungen zu dieser gemeinsamen Aktivität spielten zwei Faktoren eine zentrale Rolle: zum einen nimmt im Bereich Erasmus+ Hochschulbildung die Zusammenarbeit mit den „Partnerländern“ der EU in einen besonderen Stellenwert ein. Spezielle Finanzinstrumente stehen zur Verfügung, Studien- und Lehrtätigkeit sowie Kooperationen zu fördern und damit die Internationalisierung der Hochschulbildung weltweit auf Basis konkreter Projekte voranzutreiben. Zum anderen besteht vonseiten der Nationalagentur Interesse, die Finanzmittel im internationalen Mobilitätsbereich von Erasmus+ für die Länder der südlichen Nachbarschaft (Mittelmeeranrainerstaaten) noch effizienter zu verteilen. Immer wieder wurde in diesem Zusammenhang der Wunsch artikuliert, die Hochschulsysteme und Institutionen der Region vor einer konkreten Kooperation besser kennenzulernen.

Bereits im Vorfeld zum Kontaktseminar waren die Teilnehmer/innen gebeten, Kurzvorstellungen ihrer Hochschulen sowie gezielte Projektideen zu übermitteln. Diese wurden in einem Kompendium zusammengefasst und machten es vor Ort möglich, nach der Präsentation des jeweiligen Hochschulsystems sehr rasch in konkrete Kooperationsgespräche übergehen zu können. Bedingt durch den dichten Zeitplan musste dabei sehr konzentriert gearbeitet werden. In mehreren Blöcken wurden die Institutionen vorgestellt und die anwesenden Vertreter/innen hatten Gelegenheit, z.B. Fragen der Kompatibilität von akademischen Angeboten zu besprechen. Die Vorstellung von konkreten Projekten ergänzte das Programm. Die Gespräche verliefen durchwegs interessiert, offen und freundschaftlich.

Von österreichischer Seite nahmen 28 Mitarbeiter/innen von 18 Universitäten, Fachhochschulen und Pädagogische Hochschulen teil. Im gesamten Verlauf der Veranstaltung standen die Mitarbeiter/innen der österreichischen Nationalagentur und des israelischen Erasmus+ Büros für Fragen und Beratungen zur Verfügung. Ergänzend fand ein Zusammentreffen mit dem Leiter des österreichischen Kulturforums sowie dem österreichischen Handelsdelegierten in Israel statt.

Die Arbeit in und mit Israel erwies sich als vielschichtig und sehr interessant. Bei israelischen Hochschulen besteht großes Interesse an akademischer Zusammenarbeit mit Österreich in allen Fachbereichen. Persönlich habe ich den Eindruck gewonnen, dass die Wissen(schaft)sgeschichte unserer beiden Länder – in vielem einstmals so eng verbunden und dann auf tragische Weise auseinandergerissen – von israelischer Seite neu belebt bzw. intensiviert werden möchte. Darauf zu reagieren ist nun auch mithilfe des Programms Erasmus+ möglich geworden.

In den Mitarbeiterinnen des israelischen Erasmus+ Büros haben wir exzellente Partner gefunden, die entscheidend dazu beigetragen haben, das Seminar zu einem Erfolg für alle beteiligten Institutionen werden zu lassen. So blieben trotz der Planung über die Distanz keine inhaltlichen oder logistischen Fragen offen. Zahlreiche Österreicher/innen besuchten nach Ende des offiziellen Programms Universitäten und Colleges in verschiedenen Teilen Israels, teils auf spontane Einladung der neu gewonnenen Kooperationspartner. Das unmittelbare Feedback aus beiden Gruppen war außerordentlich positiv und im Zuge einer Befragung nach Abschluss der kommenden Erasmus+ Antragsrunden wird erhoben werden, welche konkreten Projekte daraus entstanden sind. Schon jetzt lässt sich als Fazit lässt aber schon festhalten, dass es offenbar gelungen ist, eine wichtige Initiative zum passenden Zeitpunkt umzusetzen.

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