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Niederlassungsbewilligung – Forscher

Die "Niederlassungsbewilligung – Forscher" ist für Drittstaatsangehörige vorgesehen, die einen PhD-/Doktoratsabschluss oder einen geeigneten Hochschulabschluss, der Zugang zu Doktoratsprogrammen ermöglicht, innehaben und in Österreich einer wissenschaftlichen Tätigkeit nachgehen werden, für die mindestens ein solcher Abschluss erforderlich ist.

Zusätzlich muss eine Aufnahmevereinbarung mit einer zertifizierten Forschungseinrichtung oder einer Forschungseinrichtung, die keiner Zertifizierung bedarf, nachgewiesen werden können.

Voraussetzungen für die Erteilung

Ist eine sofortige Aufnahme der Forschungstätigkeit nach der Einreise beabsichtigt, muss die Forscherin/der Forscher vor der Einreise bei der zuständigen österreichischen Vertretungsbehörde im Wohnsitzstaat unter Vorlage der für eine "Niederlassungsbewilligung – Forscher" notwendigen Unterlagen (siehe Checkliste) ein Visum zu Erwerbszwecken (Visum D, der Vermerk Erwerb wird auf dem Visum angebracht) beantragen. Nur mit einem solchen Visum ist die sofortige Aufnahme der Forschungstätigkeit nach der Einreise gestattet.

Nach der Einreise können Forscherinnen und Forscher dann den Antrag auf Erteilung einer "Niederlassungsbewilligung – Forscher" bei der örtlichzuständigen Aufenthaltsbehörde in Österreich einbringen. Bei Vorliegen aller notwendigen Unterlagen wird der Antrag innerhalb von acht Wochen bearbeitet; wir empfehlen dennoch eine ehestmögliche Antragstellung nach der Einreise. Der Antrag muss immer persönlich von der Forscherin/dem Forscher eingebracht werden. Alle Voraussetzungen für eine Erteilung finden sich in der Checkliste am Ende dieser Seite.

Grundsätzlich kann ein Antrag auf eine "Niederlassungsbewilligung – Forscher" nach jeder rechtmäßigen Einreise und bei rechtmäßigem Aufenthalt (z. B.visumfrei oder mit einem Visum) bei der örtlich zuständigen Aufenthaltsbehörde in Österreich eingebracht werden. Zu beachten ist jedoch, dass die Aufnahme der Forschungstätigkeit in Österreich ohne Einreise mit einem Visum zu Erwerbszwecken erst nach Erhalt der "Niederlassungsbewilligung – Forscher" gestattet ist.

Bitte beachten Sie, dass ein Überschreiten der visumfreien oder im Rahmen des Visums gestatteten Aufenthaltsdauer grundsätzlich nicht gestattet ist.

Alternativ kann der Antrag auch bei der zuständigen österreichischen Vertretungsbehörde im Wohnsitzstaat gestellt und abgewartet werden (hier muss allerdings mit einer längeren Bearbeitungsdauer gerechnet werden).

Versicherung

Für die Einreise nach Österreich muss grundsätzlich eineReisekrankenversicherung abgeschlossen werden. Hierbei ist zu beachten, dass der Gültigkeitsbereich Österreich umfasst und ausreichender Schutz für verschiedene Krankheitsfälle (Deckungssumme deutlich über 30.000 Euro, mit Garantie der Übernahme etwaiger Berge- und Rückführungskosten) gegeben ist.

Drittstaatsangehörige erhalten nur dann einen Aufenthaltstitel wenn zusätzlich der Nachweis einer "alle Risken abdeckendenKrankenversicherung" erbracht werden kann. Reisekrankenversicherungen sind nur für den Zeitraum bis nach Einreise eine "alle Risiken abdeckenden Krankenversicherung" abgeschlossen werden kann, ausreichend.

Forscher/innen, die im Rahmen einer Aufnahmevereinbarung Dienstnehmer/innen einer österreichischen Forschungseinrichtung sind, erfüllen das Erfordernis der "alle Risken abdeckenden Krankenversicherung" regelmäßig aufgrund der mit dieser Beschäftigung verbundenen gesetzlichen Pflichtversicherung - sofern die Beschäftigung die Geringfügigkeitsgrenze überschreitet  [446,81 Euro/Monat, Stand 2019], besteht für Dienstnehmer/innen eine automatische Krankenversicherung (zusätzlich besteht eine Versicherung in der Unfall- und Pensionsversicherung).

Ausstellungsdauer

Bei Vorliegen der Erteilungsvoraussetzungen wird die "Niederlassungsbewilligung – Forscher" für die Dauer von zwei Jahren ausgestellt. Weist die Aufnahmevereinbarung eine kürzere Dauer auf, erfolgt eine Ausstellung für die Dauer der Vereinbarung plus drei Monate. Wurde eine kürzere Dauer beantragt oder das Reisedokument weist nicht die entsprechende Gültigkeitsdauer auf, kann es auch zu kürzeren Ausstellungsdauern kommen.

Erwerbstätigkeit

Für Forscher/innen mit Aufnahmevereinbarung, die sich mit einem Erwerbsvisum oder einer "Niederlassungsbewilligung – Forscher" in Österreich aufhalten, sind zur Aufnahme der in der Aufnahmevereinbarung genannten Forschungstätigkeit keine weiteren arbeitsmarktbehördlichen Dokumente erforderlich.

Verlängerung und Umstiegsmöglichkeiten

Verlängerungen müssen vor Ablauf der Gültigkeitsdauer, können jedoch frühestens drei Monate vor dem Ablauf der Aufenthaltsbewilligung bei derzuständigen Aufenthaltsbehörde im Inland beantragt werden. Bis zur Entscheidung über den Verlängerungsantrag halten sich die Antragstellerinnen/Antragsteller rechtmäßig in Österreich auf, auch für den Fall dass die bisherige Aufenthaltsbewilligung inzwischen ablaufen sollte.

Haben Forscherinnen und Forscher mindestens zwei Jahre über eine "Niederlassungsbewilligung – Forscher" verfügt, können sie vor Ablauf der Gültigkeitsdauer eine Rot-Weiß-Rot – Karte plus im Inland beantragen. Mit dieser Karte besteht unbeschränkter Arbeitsmarktzugang. Alternativ kann bei Fortbestehen der Voraussetzungen auch eine Verlängerung der "Niederlassungsbewilligung – Forscher" beantragt werden. Es kann bei Vorliegen der Voraussetzungen auch ein Umstieg auf andere Aufenthaltstitel erfolgen.

Forscher/innen, die ihre Forschungstätigkeit abgeschlossen haben, können die "Niederlassungsbewilligung – Forscher" auch zum Zweck der Arbeitssuche oder Unternehmensgründung für weitere 12 Monate verlängern. In diesem Fall muss ein schriftlicher Nachweis über den erfolgreichen Abschluss der Forschungstätigkeit vorgelegt werden. Ein Umstieg von einer so verlängerten "Niederlassungsbewilligung – Forscher" ist anschließend nur auf eine "Rot-Weiß-Rot – Karte" eine "Blaue Karte EU" oder einen Aufenthaltstitel "Familienangehöriger" möglich.

Nach einer insgesamt fünfjähriger Niederlassung in Österreich können Forscherinnen und Forscher den Aufenthaltstitel Daueraufenthalt – EU erhalten, wenn sie die Voraussetzungen erfüllen.

Familienangehörige

Familienangehörige* von Forscherinnen und Forschern, die über eine "Niederlassungsbewilligung – Forscher" verfügen, können eine "Rot-Weiß-Rot – Karte plus" beantragen.

Alle Voraussetzungen für eine Erteilung finden sich in der Checkliste am Ende dieser Seite.

Der Antrag kann nach rechtmäßiger Einreise und bei rechtmäßigem Aufenthalt (visumfrei oder mit einem Visum) persönlich bei der zuständigen Aufenthaltsbehörde im Inland gestellt werden und wird bei Vorliegen aller notwendigen Unterlagen ebenfalls innerhalb von 8 Wochen bearbeitet. Alternativ kann der Antrag bei der zuständigen österreichischen Vertretungsbehörde im Wohnsitzstaat gestellt werden (hier muss allerdings mit einer längeren Bearbeitungsdauer gerechnet werden).

Die Familienangehörigen haben nach Erhalt der „Rot-Weiß-Rot – Karte plus“ freien Zugang zum Arbeitsmarkt und können jede Beschäftigung ohne Beschäftigungsbewilligung ausüben, solange die Angehörigengemeinschaft besteht.

Innerhalb von zwei Jahren ab Erteilung der "Rot-Weiß-Rot – Karte plus" muss die Erfüllung des Moduls 1 der Integrationsvereinbarung nachgewiesen werden, sofern nicht auf eine Verlängerung des Aufenthaltstitels nach insgesamt 24 Monaten Aufenthalt innerhalb von drei Jahren verzichtet wurde oder eine Erfüllung bzw. Ausnahme von der Erfüllungspflicht angenommen wird. Zum Zeitpunkt der Erstantragstellung muss kein Nachweis von Deutschkenntnissen erbracht werden. Der Zuzug von Familienangehörigen von Inhaber/innen einer "Niederlassungsbewilligung – Forscher" ist quotenfrei.

Nach Innehabung einer "Rot-Weiß-Rot – Karte plus" für zwei Jahre kann unter der Voraussetzung der Erfüllung des Moduls 1 der Integrationsvereinbarung (siehe oben.) eine weitere "Rot-Weiß-Rot – Karte plus" für eine Ausstellungsdauer von drei Jahren beantragt werden. Wenn Familienangehörige fünf Jahre lang über eine "Rot-Weiß-Rot – Karte plus" oder einen anderen Niederlassungstitel verfügt haben, kann auf einen unbeschränkten Aufenthalt im Rahmen des Titels Daueraufenthalt – EU umgestiegen werden.

* Ehegatt/innen, eingetragene Partner/innen oder minderjährige ledige Kinder. Ehegatten und eingetragene Partner müssen das 21. Lebensjahr zum Zeitpunkt der Antragstellung bereits vollendet haben.

Sonstige Hinweise

Die "Niederlassungsbewilligung – Forscher" wird im Scheckkartenformat mit Lichtbild erteilt und dient auch als Identitätsnachweis. Die "Niederlassungsbewilligung – Forscher" sollte zum Nachweis des Aufenthaltsrechts immer mitgeführt werden.

Eine "Niederlassungsbewilligung – Forscher" berechtigt während der Gültigkeit zur Durchreise durch bzw. zum Aufenthalt in anderen Schengenstaaten (Belgien, Lettland, Portugal, Dänemark, Liechtenstein, Schweden, Deutschland, Litauen, Schweiz, Estland, Luxemburg, Slowakei, Finnland, Malta, Slowenien, Frankreich, Niederlande, Spanien, Griechenland, Norwegen, Tschechische Republik, Island, Österreich, Ungarn, Italien und Polen) für eine maximale Dauer von 90 Tagen je Zeitraum von 180 Tagen.

Innerhalb von drei Werktagen nach der Einreise nach Österreich müssen Sie sich beimMeldeamt in Ihrem Wohnort anmelden.

Checklisten

Checkliste für eine „Niederlassungsbewilligung - Forscher“

Folgende Unterlagen (im Original und in Kopie) sind dem eigenhändig unterfertigten Antragsformular beizulegen:

  • Gültiges Reisedokument
  • Geburtsurkunde oder ein dieser gleichzuhaltendes Dokument (nur bei Erstanträgen)
  • Ein Passfoto gemäß den ICAO-Kriterien (Farbe; 3,5 x 4,5cm)
  • Aufnahmevereinbarung einer zertifizierten Forschungseinrichtung oder einer Forschungseinrichtung, die keiner Zertifizierung bedarf (Mindestunterhaltsmittel [2019] 933,06 Euro/Monat, übersteigt die Miete für die Unterkunft 294,65 Euro/Monat, sind entsprechende zusätzliche Mittel nachzuweisen)
  • Polizeiliches Führungszeugnis aus dem Wohnsitzstaat
  • Nachweis eines alle Risiken abdeckendenKrankenversicherungsschutzes (sofern keine gesetzliche Pflichtversicherung bestehen wird oder besteht)

Es wird empfohlen, alle ausländischen Dokumente in beglaubigter deutscher Übersetzung sowie ausländische Urkunden und Nachweise (z. B. Geburtsurkunde) nach den jeweils geltenden Vorschriften in beglaubigter Form vorzulegen.

Kosten: 160 Euro (120 Euro bei Antragstellung, 20 Euro bei Erteilung und 20 Euro Personalisierungsgebühr)

Checkliste für eine „Rot-Weiß-Rot – Karte plus“ für Familienangehörige von Inhaber/innen einer „Niederlassungsbewilligung - Forscher“

Folgende Unterlagen (im Original und in Kopie) sind dem eigenhändig unterfertigten Antragsformular beizulegen:

  • Gültiges Reisedokument
  • Geburtsurkunde oder ein dieser gleichzuhaltendes Dokument (nur bei Erstanträgen)
  • Ein Passfoto gemäß den ICAO-Kriterien (Farbe; 3,5 x 4,5cm)
  • Nachweis des Rechtsanspruchs auf eine ortsübliche Unterkunft in Österreich (z. B. Miet- oder Untermietverträge, bestandsrechtliche Vorverträge der Ehegattin/des Ehegatten,Wohnrechtsvereinbarung )
  • Nachweis der erforderlichen Mindestunterhaltsmittel [2019] in Höhe von 1.398,97 Euro/Monat für Ehepaare, für jedes Kind zusätzliche 143,97 Euro (z. B. durch Vorlage des Dienstvertrags der Ehegattin/des Ehegatten)
  • Nachweis über einen in Österreich leistungspflichtigen und alle Risiken abdeckendenKrankenversicherungsschutz (in der Regel wird eine Mitversicherung mit dem/der Forscher/in in der gesetzlichen Pflichtversicherung vorliegen)
  • Nachweis über das Verwandtschaftsverhältnis (z. B. Heiratsurkunde oder Geburtsurkunde)
  • Polizeiliches Führungszeugnis aus dem Wohnsitzstaat

Es wird empfohlen, alle ausländischen Dokumente in beglaubigter deutscher Übersetzung sowie ausländische Urkunden und Nachweise (z. B. Geburtsurkunde, Heiratsurkunde) nach den jeweils geltenden Vorschriften in beglaubigter Form vorzulegen.

Kosten: 160 Euro (120 Euro bei Antragstellung, 20 Euro bei Erteilung und 20 Euro Personalisierungsgebühr)