Ihre Auswahl "Drittstaaten | Forscher/in | ohne Aufenthaltstitel | Aufenthalt über 6 Monate | ohne Aufnahmevereinbarung" ergab folgende Informationen:

Aufenthaltsbewilligung – Sonderfälle unselbständiger Erwerbstätigkeit

Die "Aufenthaltsbewilligung – Sonderfälle unselbständiger Erwerbstätigkeit" ist für Forscher/innen in Forschungsprogrammen der Europäischen Union sowie in akademischen Austauschprogrammen unter Beteiligung österreichischer Hochschulen, sofern der Austausch über Vereine, bei denen entweder eine österreichische Hochschule Mitglied ist, oder welche in Zusammenarbeit mit einer österreichischen Hochschule tätig sind, abgewickelt wird (z.B. OeAD-Stipendiat/innen), vorgesehen. Es ist möglich, dass Doktorand/innen (PhD-Studierende) sowohl die Voraussetzungen für eine "Aufenthaltsbewilligung – Sonderfälle unselbständiger Erwerbstätigkeit" (z.B. akademisches Austauschprogramm) also auch für eine Aufenthaltsbewilligung – Student (Zulassungsbescheid einer Universität) erfüllen. In diesem Fall kann wahlweise einer der beiden Aufenthaltstitel beantragt werden.

Voraussetzungen für die Erteilung

Ist eine sofortige Aufnahme der Forschungstätigkeit nach der Einreise beabsichtigt, muss die Forscherin/der Forscher vor der Einreise bei der zuständigen österreichischen Vertretungsbehörde (Botschaft, Konsulat mit Visabefugnis) im Wohnsitzstaat unter Vorlage der für eine "Aufenthaltsbewilligung – Sonderfälle unselbständiger Erwerbstätigkeit" notwendigen Unterlagen (siehe Checkliste) ein Visum zu Erwerbszwecken (Visum D, der Vermerk Erwerb wird auf dem Visum angebracht) beantragen. Nur mit einem solchen Visum ist die sofortige Aufnahme der Forschungstätigkeit nach der Einreise gestattet.

Nach der Einreise können Forscherinnen und Forscher dann – am besten ehestmöglich – den Antrag auf Erteilung einer "Aufenthaltsbewilligung – Sonderfälle unselbständiger Erwerbstätigkeit" bei der örtlich zuständigen Aufenthaltsbehörde in Österreich einbringen. Der Antrag muss immer persönlich von der Forscherin/dem Forscher eingebracht werden.

Außerdem kann ein Antrag auf eine "Aufenthaltsbewilligung – Sonderfälle unselbständiger Erwerbstätigkeit" nach jeder rechtmäßigen Einreise und bei rechtmäßigem Aufenthalt (z.B. visumfrei oder mit einem Visum) bei der örtlich zuständigen Aufenthaltsbehörde in Österreich eingebracht werden. Zu beachten ist jedoch, dass die Aufnahme der Forschungstätigkeit in Österreich ohne Einreise mit einem Visum zu Erwerbszwecken erst nach Erhalt der "Aufenthaltsbewilligung – Sonderfälle unselbständiger Erwerbstätigkeit" gestattet ist.

Bitte beachten Sie, dass ein Überschreiten der visumfreien oder im Rahmen des Visums gestatteten Aufenthaltsdauer grundsätzlich nicht gestattet ist.

Alternativ kann der Antrag auch bei der zuständigen österreichischen Vertretungsbehörde (Botschaft, Konsulat mit Visabefugnis) im Wohnsitzstaat gestellt und abgewartet werden (hier muss allerdings mit einer längeren Bearbeitungsdauer gerechnet werden).

Alle Voraussetzungen für die Erteilung einer "Aufenthaltsbewilligung - Sonderfälle unselbständiger Erwerbstätigkeit" finden Sie in der Checkliste.

Versicherung

Für die Einreise nach Österreich muss grundsätzlich eine Reisekrankenversicherung abgeschlossen werden. Hierbei ist zu beachten, dass der Gültigkeitsbereich Österreich umfasst und ausreichender Schutz für verschiedene Krankheitsfälle (Deckungssumme deutlich über 30.000 Euro mit Garantie der Übernahme etwaiger Berge- und Rückführungskosten und Kosten für die Behandlung der Erkrankung an COVID-19) gegeben ist.

Drittstaatsangehörige erhalten nur dann einen Aufenthaltstitel, wenn zusätzlich der Nachweis einer "alle Risiken abdeckenden" Krankenversicherung erbracht werden kann. Reisekrankenversicherungen sind nur für den Zeitraum bis nach Einreise eine "alle Risken abdeckenden Krankenversicherung" abgeschlossen werden kann, ausreichend.

Forscher/innen, die Dienstnehmer/innen einer österreichischen Forschungseinrichtung sind, erfüllen das Erfordernis der "alle Risiken abdeckenden Krankenversicherung" regelmäßig aufgrund der mit dieser Beschäftigung verbundenen gesetzlichen Pflichtversicherung. Sofern die Beschäftigung die Geringfügigkeitsgrenze von EUR 475,86/Monat [Stand 2021] überschreitet, besteht für Dienstnehmer/innen eine automatische Krankenversicherung (zusätzlich besteht eine Versicherung in der Unfall- und Pensionsversicherung).

Alternativ kann zur Erfüllung der "alle Risiken abdeckenden Krankenversicherung" eine private Krankenversicherung abgeschlossen werden.

Ausstellungsdauer

Bei Vorliegen der Erteilungsvoraussetzungen wird die "Aufenthaltsbewilligung – Sonderfälle unselbständiger Erwerbstätigkeit" für 12 Monate ausgestellt. Wurde eine kürzere Dauer beantragt oder weist das Reisedokuments nicht die entsprechende Gültigkeitsdauer auf, kann es auch zu kürzeren Ausstellungsdauern kommen.

Erwerbstätigkeit

Forscher/innen mit Erwerbsvisum oder "Aufenthaltsbewilligung – Sonderfälle unselbständiger Erwerbstätigkeit" sind vom Ausländerbeschäftigungsgesetz ausgenommen und können eine Erwerbstätigkeit in diesem Bereich bewilligungsfrei aufnehmen.

Verlängerung und Umstiegsmöglichkeiten

Verlängerungen müssen vor Ablauf der Gültigkeitsdauer, können jedoch frühestens drei Monate vor dem Ablauf der Aufenthaltsbewilligung bei der zuständigen Aufenthaltsbehörde in Österreich beantragt werden. Bis zur Entscheidung über den Verlängerungsantrag halten sich die Antragstellerinnen/Antragsteller rechtmäßig in Österreich auf, auch für den Fall dass die bisherige Aufenthaltsbewilligung inzwischen ablaufen sollte.

Weitere Informationen zum Thema "Verlängerung von Aufenthaltstiteln" finden Sie hier.

Es kann bei Vorliegen der Voraussetzungen auch ein Umstieg auf andere Aufenthaltstitel erfolgen.

Familienangehörige

Familienangehörige* von Forscherinnen und Forschern, die über eine "Aufenthaltsbewilligung – Sonderfälle unselbständiger Erwerbstätigkeit" verfügen, können eine "Aufenthaltsbewilligung - Familiengemeinschaft" beantragen.

Der Antrag muss grundsätzlich bei der zuständigen österreichischen Vertretungsbehörde (Botschaft, Konsulat mit Visabefugnis) im Wohnsitzstaat gestellt werden. Sind die Familienangehörigen zur visumfreien Einreise berechtigt, ist alternativ auch eine Antragstellung bei der zuständigen Aufenthaltsbehörde in Österreich möglich.

Zur Ausübung einer unselbständigen Erwerbstätigkeit ist für Familienangehörige mit einer "Aufenthaltsbewilligung – Familiengemeinschaft" eine Beschäftigungsbewilligung erforderlich. Diese kann vom Arbeitsmarktservice (AMS) allerdings erst nach Durchführung einer Arbeitsmarktprüfung erteilt werden.

* Ehegatt/innen, eingetragene Partner/innen oder minderjährige ledige Kinder. Ehegatten und eingetragene Partner müssen das 21. Lebensjahr zum Zeitpunkt der Antragstellung bereits vollendet haben.

Sonstige Hinweise

Die "Aufenthaltsbewilligung – Sonderfälle unselbständiger Erwerbstätigkeit" wird im Scheckkartenformat mit Lichtbild erteilt und dient auch als Identitätsnachweis. Die "Aufenthaltsbewilligung – Sonderfälle unselbständiger Erwerbstätigkeit" sollte zum Nachweis des Aufenthaltsrechts immer mitgeführt werden.

Eine "Aufenthaltsbewilligung – Sonderfälle unselbständiger Erwerbstätigkeit" berechtigt während der Gültigkeit zur Durchreise durch bzw. zum Aufenthalt in anderen Schengenstaaten (Belgien, Lettland, Portugal, Dänemark, Liechtenstein, Schweden, Deutschland, Litauen, Schweiz, Estland, Luxemburg, Slowakei, Finnland, Malta, Slowenien, Frankreich, Niederlande, Spanien, Griechenland, Norwegen, Tschechische Republik, Island, Ungarn, Italien und Polen) für eine maximale Dauer von 90 Tagen innerhalb eines Zeitraums von 180 Tagen.

Innerhalb von drei Werktagen nach der Einreise nach Österreich müssen Sie sich bei der Meldebehörde in Ihrem Wohnort anmelden.
Eine Anmeldung bei der Meldebehörde ist nicht erforderlich, wenn Sie in einem Beherbergungsbetrieb (z.B. Hotel, Pension, Campingplatz, Privatzimmer, AirBnB) nicht länger als zwei Monate Unterkunft nehmen.

Checklisten

Checkliste für eine "Aufenthaltsbewilligung - Sonderfälle unselbständige Erwerbstätigkeit"

Folgende Unterlagen sind bei der Antragstellung in Kopie dem eigenhändig unterfertigten Antragsformular (Ausfüllhilfe Antragsformular) beizulegen und im Original zusätzlich nur vorzulegen:

  • Gültiges Reisedokument
  • Ein Passfoto gemäß den ICAO-Kriterien (Farbe; 3,5 x 4,5cm) nicht älter als 6 Monate
  • Dienstvertrag/Vorvertrag/Stipendienzuerkennung
  • Mindestunterhaltsmittel [Stand 2021]:
    • EUR 1.000,48/Monat
    • für Ehepaare gemeinsam: EUR 1.578,36/Monat
    • für jedes Kind zusätzich: EUR 154,37/Monat
    Übersteigt die Miete für die Unterkunft und/oder Kreditraten 304,45 Euro/Monat, sind entsprechende zusätzliche Mittel nachzuweisen. Kosten für eine eventuell benötigte Krankenversicherung müssen zusätzlich nachgewiesen werden.
  • Erklärung über regelmäßige Aufwendungen (Offenlegung von Krediten, Unterhaltszahlungen oder sonstigen finanziellen Belastungen)
  • Nachweis des Rechtsanspruchs auf eine ortsübliche Unterkunft in Österreich (z.B. Miet- oder Untermietverträge, bestandsrechtliche Vorverträge, Wohnrechtsvereinbarung)
  • Nachweis eines alle Risiken abdeckenden Krankenversicherungsschutzes (sofern keine gesetzliche Pflichtversicherung bestehen wird oder besteht)

Bei Erstantrag zusätzlich:

  • Kopie des gesamten Reisepasses (alle Seiten)
  • Geburtsurkunde oder ein dieser gleichzuhaltendes Dokumente (beglaubigt und dann übersetzt)
  • Polizeiliches Führungszeugnis aus dem Wohnsitzstaat (in Einzelfällen auch aus dem Herkunftsland) nicht älter als 3 Monate zum Zeitpunkt der Antragstellung (beglaubigt und dann übersetzt)
  • Nachweis einer im Schengenraum gültigen Reisekrankenversicherung (Deckungsumfang von mindestens EUR 30.000 mit Garantie der Übernahme etwaiger Berge- und Rückführungskosten und Kosten für die Behandlung der Erkrankung an COVID-19) für die Einreise bis zur z.B. Mitversicherung beim Ehegatten/bei der Ehegattin bzw. beim Elternteil

Bei Verlängerungsantrag zusätzlich:

Es wird empfohlen alle ausländischen Dokumente in deutscher Sprache vorzulegen.
Ausländische Urkunden und Nachweise (z.B. Geburtsurkunde, polizeiliches Führungszeugnis) sind nach den jeweils geltenden Vorschriften zu beglaubigen und anschließend von einem allgemein beeideten und gerichtlich zertifizierten Dolmetscher übersetzen zu lassen, weil die Aufenthaltsbehörde eine deutsche Übersetzung verlangen kann.
Nähere Informationen finden Sie hier.
Dokumente, die von Behörden eines EU Mitgliedstaates ausgestellt wurden, müssen nur übersetzt werden, wenn kein mehrsprachiges Formular (wird ausgestellt von der Behörde eines EU Mitgliedstaates) dem Dokument beigefügt ist.

Kosten: EUR 160 (EUR 120 bei Antragstellung, EUR 20 bei Erteilung und EUR 20 Personalisierungsgebühr)
Zusätzlich für ausländische Personenstandsurkunden (Geburtsurkunde, Heiratsurkunde, Partnerschaftsurkunde) je nach Art des Dokuments: EUR 3,90, EUR 7,20 oder EUR 14,30

Die Aufenthaltsbewilligung wird im Scheckkartenformat mit Lichtbild ausgestellt und dient auch als Identitätsdokument. Es wird empfohlen, diese immer mitzuführen.

Checkliste für eine „Aufenthaltsbewilligung - Familiengemeinschaft“

Folgende Unterlagen sind bei Antragstellung in Kopie dem eigenhändig unterfertigten Antragsformular (Ausfüllhilfe Antragsformular) beizulegen und im Original zusätzlich nur vorzuweisen:

  • Gültiges Reisedokument
  • Passfoto gemäß den ICAO-Kriterien (Farbe; 3,5 x 4,5cm) nicht älter als 6 Monate
  • Nachweis der Finanzierung des Aufenthalts [Stand 2021]:
    • für Ehepaare gesamt: EUR 1.578,36/Monat
    • für jedes Kind zusätzlich: EUR 154,37/Monat
    Unterkunftskosten und/oder Kreditraten, die EUR 304,45/Monat übersteigen bzw. Kosten für die benötigte Krankenversicherung müssen zusätzlich nachgewiesen werden, wenn keine Mitversicherung möglich ist.

Bei Erstantrag zusätzlich:

  • Kopie des gesamten Reisepasses (alle Seiten)
  • Geburtsurkunde oder ein dieser gleichzuhaltendes Dokumente (beglaubigt und dann übersetzt)
  • Polizeiliches Führungszeugnis aus dem Wohnsitzstaat (in Einzelfällen auch aus dem Herkunftsland) nicht älter als 3 Monate zum Zeitpunkt der Antragstellung (beglaubigt und dann übersetzt)
  • Nachweis der Angehörigeneigenschaft (Geburtsurkunde, Heiratsurkunde, Partnerschaftsurkunde) sowie der Familiengemeinschaft im Heimatland (beglaubigt und dann übersetzt)
  • Nachweis einer im Schengenraum gültigen Reisekrankenversicherung (Deckungsumfang von mindestens EUR 30.000 mit Garantie der Übernahme etwaiger Berge- und Rückführungskosten und Kosten für die Behandlung der Erkrankung an COVID-19) für die Einreise bis zur z.B. Mitversicherung beim Ehegatten/bei der Ehegattin bzw. beim Elternteil

Bei Verlängerungsantrag zusätzlich:

Es wird empfohlen, alle ausländischen Dokumente in deutscher Sprache vorzulegen.
Ausländische Urkunden und Nachweise (z.B. Geburtsurkunde, Heiratsurkunde, polizeiliches Führungszeugnis) sind nach den jeweils geltenden Vorschriften zu beglaubigen und anschließend von einem allgemein beeideten und gerichtlich zertifizierten Dolmetscher übersetzen zu lassen, weil die Aufenthaltsbehörde eine deutsche Übersetzung verlangen kann.
Nähere Informationen finden Sie hier.
Dokumente, die von Behörden eines EU Mitgliedstaates ausgestellt wurden, müssen nur übersetzt werden, wenn kein mehrsprachiges Formular (wird ausgestellt von der Behörde eines EU Mitgliedstaates) dem Dokument beigefügt ist.

Kosten: EUR 160 (EUR 120 bei Antragstellung, EUR 20 bei Erteilung und EUR 20 Personalisierungsgebühr)
Zusätzlich für ausländische Personenstandsurkunden (Geburtsurkunde, Heiratsurkunde, Partnerschaftsurkunde) je nach Art des Dokuments: EUR 3,90, EUR 7,20 oder EUR 14,30

Die Aufenthaltsbewilligung wird im Scheckkartenformat mit Lichtbild ausgestellt und dient auch als Identitätsdokument. Es wird empfohlen, diese immer mitzuführen.