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Niederlassungsbewilligung – Sonderfälle unselbständiger Erwerbstätigkeit

Die "Niederlassungsbewilligung – Sonderfälle unselbständiger Erwerbstätigkeit" ist für Drittstaatsangehörige vorgesehen, die in Österreich einer wissenschaftlichen Tätigkeit in der wissenschaftlichen Forschung und Lehre nachgehen wollen, aber keine Aufnahmevereinbarung einer zertifizierten Forschungseinrichtung oder einer Forschungseinrichtung, die keiner Zertifizierung bedarf, innehaben. Erfaßt sind hiervon beispielsweise auch frei oder von ausländischen Forschungseinrichtungen finanzierte Forscher/innen.

Voraussetzungen für die Erteilung

Ist eine sofortige Aufnahme der Forschungstätigkeit nach der Einreise beabsichtigt, muss die Forscherin/der Forscher vor der Einreise bei der zuständigenösterreichischen Vertretungsbehörde im Wohnsitzstaat unter Vorlage der für eine "Niederlassungsbewilligung – Sonderfälle unselbständiger Erwerbstätigkeit" notwendigen Unterlagen (siehe Checkliste) ein Visum zu Erwerbszwecken (Visum D, der Vermerk Erwerb wird auf dem Visum angebracht) beantragen. Nur mit einem solchen Visum ist die sofortige Aufnahme der Forschungstätigkeit nach der Einreise gestattet. Nach der Einreise können Forscherinnen und Forscher dann den Antrag auf Erteilung einer "Niederlassungsbewilligung – Sonderfälle unselbständiger Erwerbstätigkeit" bei der örtlichzuständigen Aufenthaltsbehörde in Österreich einbringen. Wir empfehlen eine ehestmögliche Antragstellung nach der Einreise. Der Antrag muss immer persönlich von der Forscherin/dem Forscher eingebracht werden.

Grundsätzlich kann ein Antrag auf eine "Niederlassungsbewilligung – Sonderfälle unselbständiger Erwerbstätigkeit" nach jeder rechtmäßigen Einreise und bei rechtmäßigem Aufenthalt (z. B.visumfrei oder mit einem Visum) bei der örtlichzuständigen Aufenthaltsbehörde in Österreich eingebracht werden. Zu beachten ist jedoch, dass die Aufnahme der Forschungstätigkeit in Österreich ohne Einreise mit einem Visum zu Erwerbszwecken erst nach Erhalt der "Niederlassungsbewilligung – Sonderfälle unselbständiger Erwerbstätigkeit" gestattet ist. Bitte beachten Sie, dass ein Überschreiten der visumfreien oder im Rahmen des Visums gestatteten Aufenthaltsdauer grundsätzlich nicht gestattet ist.

Alternativ kann der Antrag auch bei der zuständigen österreichischen Vertretungsbehörde im Wohnsitzstaat gestellt und abgewartet werden (hier muss allerdings mit einer längeren Bearbeitungsdauer gerechnet werden).

Alle Voraussetzungen für eine Erteilung finden sich in der Checkliste am Ende dieser Seite.

Versicherung

Für die Einreise nach Österreich muss grundsätzlich eineReisekrankenversicherung abgeschlossen werden. Hierbei ist zu beachten, dass der Gültigkeitsbereich Österreich umfasst und ausreichender Schutz für verschiedene Krankheitsfälle (Deckungssumme deutlich über 30.000 Euro mit Garantie der Übernahme etwaiger Berge- und Rückführungskosten) gegeben ist.

Drittstaatsangehörige erhalten nur dann einen Aufenthaltstitel wenn zusätzlich der Nachweis einer "alle Risken abdeckendenKrankenversicherung" erbracht werden kann. Reisekrankenversicherungen sind nur für den Zeitraum bis nach Einreise eine "alle Risken abdeckenden Krankenversicherung" abgeschlossen werden kann, ausreichend.

Forscher/innen, die Dienstnehmer/innen einer österreichischen Forschungseinrichtung sind, erfüllen das Erfordernis der "alle Risken abdeckenden Krankenversicherung" regelmäßig aufgrund der mit dieser Beschäftigung verbundenen gesetzlichen Pflichtversicherung - sofern die Beschäftigung die Geringfügigkeitsgrenze überschreitet [446,81 Euro/Monat, Stand 2019], besteht für Dienstnehmer/innen eine automatische Krankenversicherung (zusätzlich besteht eine Versicherung in der Unfall- und Pensionsversicherung).

Forscher/innen, die sich im Rahmen eines Sabbaticals oder von ausländischen Forschungseinrichtungen finanziert in Österreich aufhalten, können zur Erfüllung der "alle Risken abdeckenden Krankenversicherung" eineprivate Krankenversicherung abschließen.

Ausstellungsdauer

Bei Vorliegen der Erteilungsvoraussetzungen wird die "Niederlassungsbewilligung – Sonderfälle unselbständiger Erwerbstätigkeit" für die Dauer von 12 Monaten ausgestellt. Wurde eine kürzere Dauer beantragt oder weist das Reisedokument nicht die entsprechende Gültigkeitsdauer auf, kann es auch zu kürzeren Ausstellungsdauern kommen.

Erwerbstätigkeit

Für Forscher/innen, die sich mit einem Erwerbsvisum oder einer "Niederlassungsbewilligung – Sonderfälle unselbständiger Erwerbstätigkeit" in Österreich aufhalten, sind zur Aufnahme der in der geplanten Forschungstätigkeit keine weiteren arbeitsmarktbehördlichen Dokumente erforderlich.

Verlängerung und Umstiegsmöglichkeiten

Verlängerungen müssen vor Ablauf der Gültigkeitsdauer, können jedoch frühestens drei Monate vor dem Ablauf der Niederlassungsbewilligung bei derzuständigen Aufenthaltsbehörde im Inland beantragt werden. Bis zur Entscheidung über den Verlängerungsantrag halten sich die Antragstellerinnen/Antragsteller rechtmäßig in Österreich auf, auch für den Fall dass die bisherige Niederlassungsbewilligung inzwischen ablaufen sollte.

Haben Forscherinnen und Forscher mindestens zwei Jahre über eine "Niederlassungsbewilligung – Sonderfälle unselbständiger Erwerbstätigkeit" verfügt, können sie diese mit einer Gültigkeitsdauer von drei Jahren ausgestellt bekommen. Bei Vorliegen der Voraussetzungen kann auch ein Umstieg auf andere Aufenthaltstitel erfolgen.

Nach einer insgesamt fünfjähriger Niederlassung in Österreich können Forscherinnen und Forscher den Aufenthaltstitel Daueraufenthalt – EU erhalten, wenn sie die Voraussetzungen erfüllen.

Familienangehörige

Die möglichen Aufenthaltstitel für Familienangehörige* von Inhaber/innen einer "Niederlassungsbewilligung – Sonderfälle unselbständiger Erwerbstätigkeit" richten sich nach der konkreten Tätigkeit der Forscherinnen und Forscher.

Alle notwendigen Dokumente für beide Varianten finden sich in der Checkliste am Ende dieser Seite. Familienangehörige von Forscher/innen, die in öffentlichen und privaten Einrichtungen und Unternehmen hinsichtlich ihrer wissenschaftlichen Tätigkeit in der Forschung und Lehre, in der Entwicklung und der Erschließung der Künste sowie in der Lehre der Kunst tätig sind, erhalten auf Antrag eine quotenfreie "Rot-Weiß-Rot – Karte plus".

Der Antrag muss grundsätzlich bei der zuständigenösterreichischen Vertretungsbehörde im Wohnsitzstaat gestellt werden. Sind die Familienangehörigen zurvisumfreien Einreise berechtigt, ist alternativ auch eine Inlandsantragstellung möglich. Mit einer "Rot-Weiß-Rot – Karte plus" besteht freier Zugang zum Arbeitsmarkt und kann jede Erwerbstätigkeit ohne Beschäftigungsbewilligung ausgeübt werden solange die Angehörigeneigenschaft besteht.

Familienangehörige von Forscher/innen, die eine Lehr- oder Forschungstätigkeit an Einrichtungen zur Durchführung von Fachhochschul-Studiengängen oder eine wissenschaftliche Tätigkeit (oder eine Ausbildung) an der Diplomatischen Akademie oder an der Sicherheitsakademie absolvieren, können eine quotenpflichtige "Niederlassungsbewilligung" beantragen. Der Antrag muss grundsätzlich bei der zuständigen österreichischen Vertretungsbehörde im Wohnsitzstaat gestellt werden und die Erledigung im Ausland abgewartet werden. Wenn eine Berechtigung zur visumfreien Einreise besteht, kann der Antrag auch bei derAufenthaltsbehörde im Inland eingebracht werden. Mit einer "Niederlassungsbewilligung" ist nur eine selbständige Erwerbstätigkeit möglich.

Beide Gruppen von Familienangehörigen sind bei Erstantragstellung zumNachweis von Deutschkenntnissen auf Niveau A1 verpflichtet, sofern nicht auf eine Verlängerung des Aufenthaltstitels nach insgesamt 24 Monaten Aufenthalt innerhalb von drei Jahren verzichtet wurde oder eine Erfüllung bzw. Ausnahme von der Erfüllungspflicht angenommen wird.

Weiters müssen die Familienangehörigen innerhalb von zwei Jahren ab Erteilung des Aufenthaltstitels die Erfüllung des Moduls 1 derIntegrationsvereinbarung nachweisen, sofern nicht auf eine Verlängerung des Aufenthaltstitels nach insgesamt 24 Monaten Aufenthalt innerhalb von drei Jahren verzichtet wurde oder eine Erfüllung bzw. Ausnahme von der Erfüllungspflicht angenommen wird.

Nach zweijähriger Innehabung einer "Rot-Weiß-Rot – Karte plus" kann unter der Voraussetzung der Erfüllung des Moduls 1 der Integrationsvereinbarung (siehe oben) eine weitere "Rot-Weiß-Rot – Karte plus" für eine Ausstellungsdauer von drei Jahren beantragt werden.

Nach zweijähriger Innehabung einer "Niederlassungsbewilligung" kann bei fortgeschrittener Integration (z.B. bei Erfüllung des Moduls 1 der Integrationsvereinbarung) entweder eine weitere "Niederlassungsbewilligung" oder – in Verbindung mit einem Zweckänderungsantrag – eine "Rot-Weiß-Rot – Karte plus" für eine Ausstellungsdauer von drei Jahren beantragt werden.

Wenn Familienangehörige fünf Jahre lang über eine "Rot-Weiß-Rot – Karte plus" oder eine "Niederlassungsbewilligung" verfügt haben, kann auf einen unbeschränkten Aufenthalt im Rahmen des Titels Daueraufenthalt – EU umgestiegen werden

* Ehegatt/innen, eingetragene Partner/innen oder minderjährige ledige Kinder. Ehegatten und eingetragene Partner müssen das 21. Lebensjahr zum Zeitpunkt der Antragstellung bereits vollendet haben.

Sonstige Hinweise

Die "Niederlassungsbewilligung – Sonderfälle unselbständiger Erwerbstätigkeit" wird im Scheckkartenformat mit Lichtbild erteilt und dient auch als Identitätsnachweis. Die "Niederlassungsbewilligung – Sonderfälle unselbständiger Erwerbstätigkeit" sollte zum Nachweis des Aufenthaltsrechts immer mitgeführt werden.

Eine "Niederlassungsbewilligung – Sonderfälle unselbständiger Erwerbstätigkeit" berechtigt während der Gültigkeit zur Durchreise durch bzw. zum Aufenthalt in anderen Schengenstaaten (Belgien, Lettland, Portugal, Dänemark, Liechtenstein, Schweden, Deutschland, Litauen, Schweiz, Estland, Luxemburg, Slowakei, Finnland, Malta, Slowenien, Frankreich, Niederlande, Spanien, Griechenland, Norwegen, Tschechische Republik, Island, Österreich, Ungarn, Italien und Polen) für eine maximale Dauer von 90 Tagen je Zeitraum von 180 Tagen.

Innerhalb von drei Werktagen nach der Einreise nach Österreich müssen Sie sich beimMeldeamt in Ihrem Wohnort anmelden.

Checklisten

Checkliste für eine "Niederlassungsbewilligung – Sonderfälle unselbständiger Erwerbstätigkeit"

Folgende Unterlagen (im Original und in Kopie) sind dem eigenhändig unterfertigten Antragsformular beizulegen:

  • Gültiges Reisedokument
  • Geburtsurkunde oder ein dieser gleichzuhaltendes Dokument (nur bei Erstanträgen)
  • Ein Passfoto gemäß den ICAO-Kriterien (Farbe; 3,5 x 4,5cm)
  • Dienstvertrag/Vorvertrag/Stipendienzuerkennung/Einladungsschreiben der aufnehmenden Einrichtung/Schreiben der Heimatforschungseinrichtung (Mindestunterhaltsmittel [2019] 933,06 Euro/Monat, übersteigt die Miete für die Unterkunft 294,65 Euro/Monat, sind entsprechende zusätzliche Mittel nachzuweisen)
  • Nachweis des Rechtsanspruchs auf eine ortsübliche Unterkunft in Österreich (z. B. Miet- oder Untermietverträge, bestandsrechtliche Vorverträge,Wohnrechtsvereinbarung)
  • Polizeiliches Führungszeugnis aus dem Wohnsitzstaat
  • Nachweis eines alle Risiken abdeckendenKrankenversicherungsschutzes (sofern keine gesetzliche Pflichtversicherung bestehen wird oder besteht)
  • Für längere Aufenthalte: Schulabschlusszeugnis, welches das Bestehen der allgemeinen Universitätsreife bestätigt (z. B. Reifezeugnis) – diese ersetzt den sonst notwendigen Nachweis von Deutschkenntnissen auf Niveau A1 bei Erstantragstellung

Es wird empfohlen, alle ausländischen Dokumentein beglaubigter deutscher Übersetzung sowie ausländische Urkunden und Nachweise (z. B. Geburtsurkunde, polizeiliches Führungszeugnis, Schulabschlusszeugnis) nach den jeweils geltenden Vorschriften in beglaubigter Form vorzulegen.

Kosten: 160 Euro (120 Euro bei Antragstellung, 20 Euro bei Erteilung und 20 Euro Personalisierungsgebühr)

Checkliste für Familienangehörige von Forscher/innen mit einer „Niederlassungsbewilligung – Sonderfälle unselbständiger Erwerbstätigkeit“: „Rot-Weiß-Rot – Karte plus“ oder „Niederlassungsbewilligung“

Folgende Unterlagen (im Original und in Kopie) sind dem eigenhändig unterfertigten Antragsformular ("Rot-Weiß-Rot – Karte plus" oder "Niederlassungsbewilligung") beizulegen:

  • Gültiges Reisedokument
  • Geburtsurkunde oder ein dieser gleichzuhaltendes Dokument (nur bei Erstanträgen)
  • Ein Passfoto gemäß den ICAO-Kriterien (Farbe; 3,5 x 4,5cm); Kriterien unter www.passbildkriterien.at/oesterreich.html
  • Nachweis des Rechtsanspruchs auf eine ortsübliche Unterkunft in Österreich (z. B. Miet- oder Untermietverträge, bestandsrechtliche Vorverträge der Ehegattin/des Ehegatten, Wohnrechtsvereinbarung)
  • Nachweis der erforderlichen Mindestunterhaltsmittel [2019] in Höhe von 1.398,97 Euro/Monat für Ehepaare, für jedes Kind zusätzliche 143,97 Euro (z. B. durch Vorlage des Dienstvertrags der Ehegattin/des Ehegatten)
  • Nachweis über einen in Österreich leistungspflichtigen und alle Risiken abdeckendenKrankenversicherungsschutz (falls keine Mitversicherung mit dem/der Forscher/in in der gesetzlichen Pflichtversicherung vorliegen wird)
  • Nachweis über das Verwandtschaftsverhältnis (z. B. Heiratsurkunde oder Geburtsurkunde)
  • Polizeiliches Führungszeugnis aus dem Wohnsitzstaat
  • Für längere Aufenthalte: Sprachdiplom zumNachweis von Deutschkenntnissen auf A1-Niveau (darf zum Zeitpunkt der Vorlage nicht älter als ein Jahr sein)

Es wird empfohlen, alle ausländischen Dokumente in beglaubigter deutscher Übersetzung sowie ausländische Urkunden und Nachweise (z. B. Geburtsurkunde, Heiratsurkunde) nach den jeweils geltenden Vorschriften in beglaubigter Form vorzulegen.

Kosten: 160 Euro (120 Euro bei Antragstellung, 20 Euro bei Erteilung und 20 Euro Personalisierungsgebühr)