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Aufenthaltsbewilligung – Forscher-Mobilität

Die "Aufenthaltsbewilligung – Forscher-Mobilität" wird Drittstaatsangehörigen erteilt, die bereits einen gültigen Aufenthaltstitel "Forscher" eines anderen EU-Mitgliedsstaates (ausgenommen Irland und Dänemark) innehaben.

Erfasst sind daher Drittstaatsangehörige, die einen PhD-/Doktoratsabschluss oder einen geeigneten Hochschulabschluss, der Zugang zu Doktoratsprogrammen ermöglicht, innehaben und in Österreich einer wissenschaftlichen Tätigkeit nachgehen werden, für die mindestens ein solcher Abschluss erforderlich ist. Zusätzlich muss eine Aufnahmevereinbarung mit einer zertifizierten Forschungseinrichtung oder einer Forschungseinrichtung, die keiner Zertifizierung bedarf, nachgewiesen werden können.

Voraussetzungen für die Erteilung

Forscherinnen und Forscher können den Antrag auf Erteilung einer "Aufenthaltsbewilligung – Forscher-Mobilität" nach visumfreier Einreise mit einem gültigen Aufenthaltstitel "Forscher" eines anderen EU-Mitgliedsstaates bei der örtlich zuständigen Aufenthaltsbehörde in Österreich ehestmöglich einbringen, wenn bekannt ist, dass der Forschungsaufenthalt insgesamt 180 Tage (innerhalb von 360 Tagen) überschreiten wird. Die Forschungstätigkeit kann unmittelbar nach der Einreise aufgenommen werden. Bei Vorliegen aller notwendigen Unterlagen wird der Antrag innerhalb von acht Wochen bearbeitet.

Der Antrag muss immer persönlich von der Forscherin/dem Forscher eingebracht werden.

Alle Voraussetzungen für die Erteilung einer "Aufenthaltsbewilligung - Forscher-Mobilität" finden Sie in der Checkliste.

Versicherung

Für die Einreise nach Österreich muss grundsätzlich eine Reisekrankenversicherung abgeschlossen werden. Hierbei ist zu beachten, dass der Gültigkeitsbereich Österreich umfasst und ausreichender Schutz für verschiedene Krankheitsfälle (Deckungssumme deutlich über 30.000 Euro mit Garantie der Übernahme etwaiger Berge- und Rückführungskosten) gegeben ist.

Drittstaatsangehörige erhalten nur dann einen Aufenthaltstitel, wenn zusätzlich der Nachweis einer "alle Risiken abdeckenden" Krankenversicherung erbracht werden kann. Reisekrankenversicherungen sind nur für den Zeitraum ausreichend bis nach Einreise eine „alle Risken abdeckenden Krankenversicherung“ abgeschlossen werden kann.

Forscher/innen, die im Rahmen einer Aufnahmevereinbarung Dienstnehmer/innen einer österreichischen Forschungseinrichtung sind, erfüllen das Erfordernis der "alle Risiken abdeckenden" Krankenversicherung regelmäßig aufgrund der mit dieser Beschäftigung verbundenen Pflichtversicherung, sofern die Beschäftigung die Geringfügigkeitsgrenze von 460,66 Euro/Monat [Stand 2020] überschreitet. Zusätzlich besteht für Dienstnehmer/innen automatisch eine Versicherung in der Unfall- und Pensionsversicherung.

Ausstellungsdauer

Die "Aufenthaltsbewilligung – Forscher-Mobilität" wird grundsätzlich für die Dauer der in Österreich ausgeübten Forschungstätigkeit bzw. für die Gültigkeitsdauer des Aufenthaltstitels "Forscher" des anderen EU-Mitgliedsstaates ausgestellt.

Erwerbstätigkeit

Für Forscher/innen, die sich wie oben beschrieben für eine Forschungstätigkeit mit einem Aufenthaltstitel "Forscher" eines anderen EU-Mitgliedsstaates (ausgenommen Irland und Dänemark) oder einer "Aufenthaltsbewilligung – Forscher-Mobilität" in Österreich aufhalten, sind keine weiteren arbeitsmarktbehördlichen Dokumente erforderlich.

Verlängerung und Umstiegsmöglichkeiten

Verlängerungen müssen vor Ablauf der Gültigkeitsdauer, können jedoch frühestens drei Monate vor dem Ablauf der Aufenthaltsbewilligung bei derzuständigen Aufenthaltsbehörde im Inland beantragt werden. Bis zur Entscheidung über den Verlängerungsantrag halten sich die Antragstellerinnen/Antragsteller rechtmäßig in Österreich auf, auch für den Fall dass die bisherige Aufenthaltsbewilligung inzwischen ablaufen sollte.

Die "Aufenthaltsbewilligung – Forscher-Mobilität" kann bis zu einer Gesamtaufenthaltsdauer von zwei Jahren in Österreich verlängert werden. Es kann bei Vorliegen der Voraussetzungen auch ein Umstieg auf andere Aufenthaltstitel (z.B. Niederlassungsbewilligung – Forscher) erfolgen.

Familienangehörige

Familienangehörige* von Forscherinnen und Forschern, die über eine "Aufenthaltsbewilligung – Forscher-Mobilität" verfügen, können eine "Aufenthaltsbewilligung - Familiengemeinschaft" beantragen.

Haben die Familienangehörigen ebenfalls bereits einen Aufenthaltstitel eines anderen EU-Mitgliedsstaates inne und wird ihr Aufenthalt in Österreich insgesamt 180 Tage (innerhalb von 360 Tagen) überschreiten, kann der Antrag für die "Aufenthaltsbewilligung – Familiengemeinschaft" nach visumfreier Einreise bei der zuständigen Aufenthaltsbehörde im Inland gestellt werden und wird bei Vorliegen aller notwendigen Unterlagen ebenfalls innerhalb von acht Wochen bearbeitet.

Der Antrag muss grundsätzlich bei der zuständigen österreichischen Vertretungsbehörde im Wohnsitzstaat gestellt werden. Sind die Familienangehörigen zurvisumfreien Einreise berechtigt, ist alternativ auch eine Inlandsantragstellung möglich.

Familienangehörige haben freien Zugang zum Arbeitsmarkt und können jede Beschäftigung ohne Beschäftigungsbewilligung ausüben, solange die Angehörigengemeinschaft besteht.

* Ehegatt/innen, eingetragene Partner/innen oder minderjährige ledige Kinder. Ehegatten und eingetragene Partner müssen das 21. Lebensjahr zum Zeitpunkt der Antragstellung bereits vollendet haben.

Sonstige Hinweise

Die "Aufenthaltsbewilligung – Forscher-Mobilität" wird im Scheckkartenformat mit Lichtbild erteilt und dient auch als Identitätsnachweis. Die "Aufenthaltsbewilligung – Forscher-Mobilität" sollte zum Nachweis des Aufenthaltsrechts immer mitgeführt werden.

Eine "Aufenthaltsbewilligung – Forscher-Mobilität" berechtigt während der Gültigkeit zur Durchreise durch bzw. zum Aufenthalt in anderen Schengenstaaten (Belgien, Lettland, Portugal, Dänemark, Liechtenstein, Schweden, Deutschland, Litauen, Schweiz, Estland, Luxemburg, Slowakei, Finnland, Malta, Slowenien, Frankreich, Niederlande, Spanien, Griechenland, Norwegen, Tschechische Republik, Island, Ungarn, Italien und Polen) für eine maximale Dauer von 90 Tagen je Zeitraum von 180 Tagen.

Innerhalb von drei Werktagen nach der Einreise nach Österreich müssen Sie sich bei der Meldebehörde an Ihrem Wohnort anmelden.

Checklisten

Checkliste für eine „Aufenthaltsbewilligung – Forscher-Mobilität“

Folgende Unterlagen sind in Kopie dem eigenhändig unterfertigten Antragsformular (Ausfüllhilfe Antragsformular) beizulegen und zusätzlich im Original vorzulegen:

  • Gültiges Reisedokument
  • Geburtsurkunde oder ein dieser gleichzuhaltendes Dokument (nur bei Erstanträgen)
  • Ein Passfoto gemäß den ICAO-Kriterien (Farbe; 3,5 x 4,5cm)
  • Gültiger Aufenthaltstitel „Forscher“ des anderen EU-Mitgliedsstaates (ausgenommen Irland und Dänemark)
  • Unterkunft in Österreich für mindestens 3 Monate                                                                                       z.B. Mietvertrag, Wohnrechtsvereinbarung – in Zusammenhang mit dem Nachweis der benötigten Unterhaltsmittel (die Berechnung erfolgt anhand der vorgelegten Unterkunftskosten)
  • Aufnahmevereinbarung einer zertifizierten Forschungseinrichtung oder einer Forschungseinrichtung, die keiner Zertifizierung bedarf
  • Nachweis über Doktorgrad/PhD oder Hochschulabschluss, der Zugang zu Doktoratsprogrammen ermöglicht
  • Mindestunterhaltsmittel [Stand 2021] von 1.000,48 Euro/Monat; übersteigt die Miete für die Unterkunft 304,45 Euro/Monat, sind entsprechende zusätzliche Mittel nachzuweisen)
  • Polizeiliches Führungszeugnis aus dem Wohnsitzstaat (in Einzelfällen auch aus dem Herkunftsland) nicht älter als 3 Monate zum Zeitpunkt der Antragstellung
  • Nachweis eines "alle Risiken abdeckenden" Krankenversicherungsschutzes (sofern keine gesetzliche Pflichtversicherung bestehen wird oder besteht)

Es wird empfohlen, alle ausländischen Dokumente in beglaubigter deutscher Übersetzung sowie ausländische Urkunden und Nachweise (z.B. Geburtsurkunde) nach den jeweils geltenden Vorschriften in beglaubigter Form vorzulegen.

Kosten: 160 Euro (120 Euro bei Antragstellung, 20 Euro bei Erteilung und 20 Euro Personalisierungsgebühr)

Die Aufenthaltsbewilligung wird im Scheckkartenformat mit Lichtbild ausgestellt und dient auch als Identitätsdokument. Es wird empfohlen, diese immer mitzuführen.

Checkliste für eine „Aufenthaltsbewilligung – Familiengemeinschaft“

Checkliste für eine "Aufenthaltsbewilligung – Familiengemeinschaft" für Familienangehörige von Inhaber/innen einer "Aufenthaltsbewilligung – Forscher-Mobilität"

Folgende Unterlagen sind in Kopie dem eigenhändig unterfertigten Antragsformular (Ausfüllhilfe Antragsformular) beizulegen und zusätzlich im Original vorzuweisen:

  • Gültiges Reisedokument
  • Geburtsurkunde oder ein dieser gleichzuhaltendes Dokument (nur bei Erstanträgen)
  • Ein Passfoto gemäß den ICAO-Kriterien (Farbe; 3,5 x 4,5cm)
  • Nachweis einer ortsüblichen Unterkunft in Österreich (z.B. Miet- oder Untermietverträge, bestandsrechtliche Vorverträge der Ehegattin/des Ehegatten, Wohnrechtsvereinbarung)
  • Nachweis der erforderlichen Mindestunterhaltsmittel [Stand 2021] in Höhe von 1.578,36 Euro/Monat für Ehepaare, für jedes Kind zusätzliche 154,37 Euro (z.B. durch Vorlage des Dienstvertrags der Ehegattin/des Ehegatten)
  • Nachweis über einen in Österreich leistungspflichtigen und "alle Risiken abdeckenden" Krankenversicherungsschutz (in der Regel wird eine Mitversicherung mit dem/der Forscher/in in der gesetzlichen Pflichtversicherung vorliegen)
  • Nachweis über das Verwandtschaftsverhältnis (z.B. Heiratsurkunde oder Geburtsurkunde)
  • Polizeiliches Führungszeugnis aus dem Wohnsitzstaat (in Einzelfällen auch aus dem Herkunftsland) nicht älter als 3 Monate zum Zeitpunkt der Antragstellung
  • Gegebenenfalls der Nachweis, dass sich der/die Antragsteller/in als Familienangehörige/r des/der Inhaber/in der „Aufenthaltsbewilligung – Forscher-Mobilität“ bereits im anderen Mitgliedstaat aufgehalten hat (in diesem Fall entfällt der Wohnrechtsnachweis)

Es wird empfohlen, alle ausländischen Dokumente in beglaubigter deutscher Übersetzung sowie ausländische Urkunden und Nachweise (z.B. Geburtsurkunde) nach den jeweils geltenden Vorschriften in beglaubigter Form vorzulegen.

Kosten: 160 Euro (120 Euro bei Antragstellung, 20 Euro bei Erteilung und 20 Euro Personalisierungsgebühr)