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Sorgekulturen am Lebensende

Erzählen über Sorgekulturen am Lebensende. Schüler/innen und Citizen Scientists forschen im interkuturellen und intergenerationalen Austausch

„Care“ – oft mit Sorge übersetzt – bezeichnet eine Praxis der Achtsamkeit und steht für eine praktizierte Grundüberzeugung, für fürsorgliche Aktivitäten und achtsame Zuwendung. In einem breiten, politischen und politikwissenschaftlichen Verständnis bezeichnet „Care“ eine Politik der Sorge, an der sich Organisationen, Gemeinden oder auch die gesamte Gesellschaft orientieren können und sollen. „Sorgekulturen“ sind Kulturen von sozialen Systemen, also von Familien, Teams, Organisationen oder Gemeinden, die sich um die Sorge für verletzliche Menschen bemühen. Im Zentrum steht die Förderung gesellschaftlicher und organisationaler Rahmenbedingungen, die gute Sorge lebbar machen.

Viele Schüler und Schülerinnen in Pflegeausbildungen - ebenso wie Studierende - begegnen während ihrer ersten Praktika zum ersten Mal sterbenden Menschen. Nicht immer sind sie gut auf die emotionalen Auswirkungen vorbereitet, die Sterben, Tod und Trauer auf sie haben können. Das Projekt hat einen Raum eröffnet, indem Schülerinnen und Schüler sowie Studierende diese Erfahrungen erzählen und reflektieren konnten.

Dazu wurden 13 intergenerationelle und interkulturelle Erzählcafés, sowie Fokusgruppen und qualitative Einzelinterviews durchgeführt. Erzählt wurde gemeinsam mit Menschen mit Demenz und mit hochbetagten Menschen als Citizen Scientists. Schüler und Schülerinnen der des Caritas Ausbildungszentrums sowie Studierende der angewandten Pflegewissenschaft bereiteten die Erzählcafés vor, beteiligten sich daran und ko-moderierten diese. Die Erzählcafés wurden auf digitalem Tonträger aufgezeichnet, wörtlich transkribiert und teilweise in Kooperation zwischen Forschenden und Auszubildenden ausgewertet. Auf diese Weise konnte das Projekt innovatives Wissen über Erzählcafés als Forschungsmethode generieren.

Im Projekt sind mehrere Transferprodukte entstanden: ein Leitfaden zur Durchführung von „Erzählcafés zu Geschichten vom Lebensende“, ein Themenheft „Acht kleine Geschichten vom Lebensende“, eine Anleitung zum thematischen Auswerten qualitativer Daten und ein Kurzfilm „SoKuL. Erzählcafés über Sorgekulturen am Lebensende“ mit Beiträgen der Schülerinnen und Schüler, der Studierenden und weiteren beteiligten Citizen Scientists. Diese stehen für den Unterricht und für die interessierte Öffentlichkeit zur Verfügung. Zur wissenschaftlichen Verbreitung der Ergebnisse im Projekt sind zahlreiche wissenschaftliche Publikationen und Konferenzbeiträge entstanden. An einer kumulativen Dissertation wird gearbeitet.

Dieses Projekt ist bereits abgeschlossen.

Ein Stapel Bücher
© Katharina Heimerl

Forschungsprojekt
1. Ausschreibung


Projektleiterin
Assoz. Prof. Dr. Katharina Heimerl
Laufzeit
01.10.2022 – 31.10.2025
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