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Snow2School

Ein interdisziplinärer Ansatz zur Erfassung von Veränderungen des Schnees in Grönland und Österreich

In Zusammenarbeit zwischen Klimawissenschaft (Universität Graz), Sozialanthropologie (Universität Wien) und zwei Schulen (Eisenerz in Österreich und Uummannaq in Grönland) entwickelte das Projekt Snow2School neue Methoden, um aus Fotografien quantitative und qualitative Informationen abzuleiten. Ziel dieses Ansatzes war es, mithilfe von historischen Fotografien Messlücken in Regionen mit schlechter Abdeckung durch Schneemessungen, wie zum Beispiel in Grönland, zu schließen. Während Veränderungen der Schneedecke in den letzten ca. 150 Jahren für die Alpen aus umfangreichen Messungen gut belegt sind, stellt sich die Situation grundlegend anders dar. Trotz der zentralen Rolle von Schnee für die lokale Bevölkerung, liegen kaum Messungen für diese riesengroße Insel und Region vor. Diese Forschungslücke bildete die Ausgangsbasis und Motivation für das übergeordnete Forschungsziel des Projekts.

Die Sammlung der Fotografien wurde in Zusammenarbeit mit Lehrpersonen und Schülerinnen und Schülern organisiert. Um die Tauglichkeit der Methoden zur Ableitung von Schneeinformationen zu testen, wurden einerseits einfache Vergleiche von Fotografien, die außergewöhnliche Schneemenge zeigten, mit Messreihen der Schneehöhe durchgeführt und andererseits entsprechende Validierungen für Methoden der künstlichen Intelligenz vorgenommen. Für beide Ansätze zeigte sich eine gute Eignung, insbesondere die Methoden der künstlichen Intelligenz zeigten jedoch ein überraschend hohes Potenzial, quantitative Informationen abzuleiten. Um die entwickelten Methoden jedoch in Regionen ohne bzw. mit geringen Messungen anwenden zu können, sind deutlich größere Mengen an Fotografien erforderlich, als im Rahmen von Snow2School gesammelt werden konnten.

Mithilfe einer umfangreichen Datenanalyse der Schneemessungen in Grönland in Kombination mit neu entwickelten Datensätzen (Reanalysedaten) konnte das Forschungsprojekt die Schneeinformationen (Schneehöhe und Wassergehalt der Schneedecke) für Grönland deutlich verbessern. Damit konnte gezeigt werden, dass die vielfach verwendeten Reanalysedaten ein hohes Potenzial für Regionen mit wenigen Messstationen, wie in Grönland, bieten.

Auf sozialwissenschaftlicher Seite war die Wahrnehmung des Klimawandels – allgemein, aber auch am Beispiel des Schnees – in Eisenerz und Uummannaq von besonderem Forschungsinteresse. Es zeigte sich, dass der Klimawandel in Eisenerz als Bedingung verstanden wird, mit der man leben und an die man sich anpassen muss. Dabei könnten die für Eisenerz sehr relevanten wirtschaftlichen Umstrukturierungen der letzten Jahrzehnte prägend gewesen sein und zu einer gewissen Resilienz geführt haben. In Uummannaq sieht die Situation anders aus: Die Diskussion über den globalen Klimawandel wird dort stark von außen hereingetragen, beispielsweise durch die Wissenschaft und Künstler:innen, und damit in Zusammenhang gebracht. Erst in letzter Zeit fand der Klimawandel beispielsweise auch Eingang in die Lehrpläne der Schulen. Der lokale Klimawandel wird dagegen über veränderte Bedingungen im Alltagsleben der Bewohner:innen, beispielsweise beim Fischen, bei der Mobilität oder Jagd, wahrgenommen. Trotz der etwas unterschiedlichen Wahrnehmung in den beiden Regionen konnte gezeigt werden, dass sich, wie von Snow2School postuliert, aufgrund der Relevanz von Schnee und dessen Veränderungen sehr gut aus Fotografien der Vergangenheit dessen Veränderungen dokumentieren lassen. 

Dieses Projekt ist bereits abgeschlossen.

eine tief verschneite Landschaft mit einem Haus und einer Hütte mit dicker Schneedecke auf den Dächern
© J. Schöner

Forschungsprojekt
1. Ausschreibung


Projektleiter
Prof. Dr. Wolfgang Schöner
Wissenschaftliche Einrichtungen
Laufzeit
01.01.2023 – 31.12.2025
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