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Kolonialismus heute!? Was hat das mit mir zu tun?

Aktualitäten und Vermittlungsansätze kolonialer Zusammenhänge im naturkundlichen Museum

 

Die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit kolonialem Erbe in Museen wurde in Österreich in den vergangenen Jahren intensiviert. Bisher waren in den nationalen und internationalen Diskursen ethnografische und zeitgeschichtliche Museen im Fokus. Auch für naturkundliche Sammlungen ist diese Debatte wesentlich. Vor diesem Hintergrund luden die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus dem Projekt „Kolonialismus heute!? Was hat das mit mir zu tun?“ (2022-2024) Schülerinnen und Schüler der 7. Schulstufe einer Wiener AHS dazu ein, sich mit den aktuellen Implikationen von Kolonialismus und dem Kolonialerbe des NHM Wien auseinanderzusetzen. Dazu reflektierten die Jugendlichen die Ausstellungspraxis des NHM Wien anhand der damaligen Sonderausstellung zu Brasilien im Fokus der Frage, wie koloniale Zusammenhänge der Sammlung vermittelt werden.

Aufbauend auf diesen Reflexionen, widmete sich der zweite Teil des Projekts den interaktiven Möglichkeiten, um koloniale Zusammenhänge einer naturkundlichen Ausstellung im Museum zu vermitteln. Am Beispiel der temporären Brasilien-Ausstellung (2022-2023) entwickelten sie eigene (multimediale) Methoden und Formate, wie koloniale Provenienzen fassbar und vermittelbar gemacht werden können. Dabei waren die Schülerinnen und Schüler gefragt, eigene Vermittlungsmöglichkeiten für die Brasilien-Ausstellung zu entwickeln und sich dabei die Frage zu stellen: Wie können koloniale Erwerbskontexte in einem naturwissenschaftlichen Museum interaktiv und kritisch vermittelt werden?

Das interdisziplinäre Forschungsteam präsentierte im Anschluss an das Projekt Handlungsempfehlungen für eine dekoloniale Praxis im Museum und stellte weiters die Ergebnisse auf verschiedenen Konferenzen und über öffentlichkeitswirksame Formate, z.B. Podcasts, vor.

Ein großer Mehrwert des Projekts zeichnete sich neben der innovativen Zusammenarbeit mit jungen Menschen auch in der Kollaboration zwischen Natur- und Sozialwissenschaftler/innen aus, die es bedarf, um ein vielschichtiges Thema wie Kolonialismus zu durchdringen. Die Beteiligung als Citizen Scientists ermöglichte es den Schülerinnen und Schülern, aktiv an Forschungsprojekten teilzunehmen und eigene Ideen einzubringen. Die aktive Beteiligung an Forschungsarbeiten stärkte das Selbstbewusstsein der Jugendlichen sowie ihre Fähigkeit zur kritischen Reflexion und ihr Wissenschaftsverständnis und trug zu nachhaltigen Lernprozessen und einer fundierten Wissenserweiterung bei.

 

Dieses Projekt ist bereits abgeschlossen.

ein Raum in einem Museum
© Christina Rittmannsperger

Forschungsprojekt
1. Ausschreibung


Projektleiterin
Dr. Elena A. Ritschard
Wissenschaftliche Einrichtungen
Beteiligte Schulen
Laufzeit
01.09.2022 – 29.02.2024
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