FFF-Gletscherwelten
Freeze For Future - Jugendliche schaffen virtuelle Gletscherwelten für die Zukunft der Klimawandelbildung
Die Folgen des anthropogenen Klimawandels gefährden die Existenz und das Wohlergehen der Umwelt sowie der Gesellschaft und führen zu dauerhaften Veränderungen der natürlichen Ökosysteme. In alpinen Regionen dienen Gletscher als wichtige Klimawandelindikatoren und aufgrund dessen sind sie für die Klimawandelbildung von entscheidender Bedeutung. Der rasche Rückzug der Gletscher infolge steigender globaler Temperaturen wird es jedoch schon bald unmöglich machen, in den österreichischen Alpen Gletscher im Rahmen von Bildungsangeboten zu besuchen und zu begehen.
Daher setzte es sich das Projekt „Freeze For Future – Gletscherwelten“ (2022-2025) zum Ziel, den aktuellen Gletscherstand des Gaisbergferners, eines Gletschers in Tirol, durch die Gestaltung einer Virtual Reality-Umgebung (VR) zu erfassen und zu bewahren. Dem Citizen-Science-Ansatz folgend wurde dieses transdisziplinäre Projekt von der Universität Innsbruck in Kooperation mit vier Schulen aus Österreich und Deutschland sowie dem technischen Partner Laserdata GmbH umgesetzt. Das Projekt arbeitete im engen Austausch mit mehr als 300 Schülerinnen und Schülern sowie wissenschaftlichen Expertinnen und Experten aus verschiedenen Fachbereichen. Dieses transdisziplinäre Forschungsdesign ermöglichte die Entwicklung einer VR-Umgebung für Bildungszwecke, die von Jugendlichen für Jugendliche gestaltet wurde und ihren Interessen und Vorstellungen entspricht. Das Projekt kombinierte Exkursionen ins Gaisbergtal mit altersgerechten Forschungsmethoden wie Audioaufnahmen, Co-Creation-Workshops, semi-strukturierten Interviews, Beobachtungen und Fotodokumentationen. In einem iterativen Entwicklungsprozess über zwei Jahre entstand die finale Version der VR-Umgebung, welcher im dritten Jahr durch eine Evaluationsphase ergänzt wurde.
Die finale Version der VR-Umgebung wurde als eine virtuelle Exkursion konzipiert, die den Spuren der Jugendlichen durch das Gaisbergtal bis zum Gaisbergferner folgt. Sieben interaktive Stationen, die nach einem moderat-konstruktivistischen Ansatz entwickelt wurden, ermöglichen es, verschiedene Aspekte der Entstehung der Gletscher, des Gletscherrückgangs und der damit verbundenen Folgen des Klimawandels zu erforschen. Das immersive Erleben des Gaisbergtals fördert das Verständnis der Jugendlichen für die Einzigartigkeit der hochalpinen Ökosysteme und stärkt ihre Fähigkeit zum komplexen systemischen Denken.
Die Zusammenarbeit mit den beteiligten Lehrpersonen und insbesondere Schülerinnen und Schülern bildete den Kern des Projektes und stellte für alle Beteiligten eine große Bereicherung dar. Die mitwirkenden Jugendlichen brachten viel Motivation, ehrliches Interesse und Offenheit in den gemeinsamen Forschungsprozess ein und unterstützten dadurch kreativ und wissbegierig die Entwicklung der VR-Umgebung. Entscheidend war dabei die Wahl altersgerechter Forschungsmethoden und -materialien, die die Jugendlichen zum Mitmachen und Mitdenken anregten und an ihren Alltag anknüpften. Erst durch diesen Citizen Science Prozess konnten zentrale Erkenntnisse für die Gestaltung der VR-Umgebung gewonnen werden.
Dieses Projekt ist bereits abgeschlossen.
Projektwebsites
Pressespiegel
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Forschungswoche in Tirol (Öffnet in neuem Fenster)2025-07-31, pnp.de
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Zuversicht trotz eisfreier Zukunft: Virtuelle Gletscherwelten (Öffnet in neuem Fenster)2025-06-09, SzeneAlpen Nr 112
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Kompetent in die Zukunft (Öffnet in neuem Fenster)2023-07-25, pnp.de
Publikation
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Johanna Trummer, Lucas Weinberg, Jerylee Wilkes-Allemann, Karin Oberauer, Lars Keller: Exploring young people's visual perceptions of nature on urban school grounds: Insights from a visitor-employed photography walk for environmental education (Öffnet in neuem Fenster)2025-11-10, People and Nature2025
Beteiligte Schulen
Partner aus Wirtschaft und Gesellschaft
Wissenschaftliche Einrichtungen