Das Dokument definiert erstmals einen harmonisierten methodischen Rahmen, der die systematische Einbindung von Landwirtinnen und Landwirten, Studierenden, Beratungsstellen und lokalen Gemeinschaften in datenbasierte Agrarforschung ermöglicht. Ziel ist es, die bislang begrenzte Umsetzung digitaler Technologien wie Internet of Things Systeme, Fernerkundung, Sensorik und KI-Anwendungen in der europäischen Landwirtschaft zu beschleunigen.
Das Protokoll orientiert sich an den strategischen Zielsetzungen des European Green Deal, der Farm-to-Fork-Strategie sowie der europäischen Digitalisierungsagenda. Im Mittelpunkt steht die Überwindung bestehender Hürden bei der Einführung digitaler Werkzeuge, darunter fehlende Transparenz bei Datennutzung, regulatorische Unsicherheiten und geringe Akzeptanz in der landwirtschaftlichen Praxis.
Der entwickelte Rahmen deckt den gesamten Lebenszyklus von Citizen-Science-Prozessen ab – von Governance- und Co-Creation-Strukturen über Datenerhebung und Validierung bis hin zu Datenmanagement und langfristiger institutioneller Verankerung. Standardisierte Metadatenmodelle, mehrstufige Qualitätssicherungsverfahren und die Anbindung an FAIR-Data-Prinzipien sowie die European Open Science Cloud sollen wissenschaftliche Interoperabilität und Nachnutzbarkeit gewährleisten.
Beteiligt an der Entwicklung des Protokolls sind unter anderem die Agricultural University of Athens und die University of Novi Sad. Die beteiligten Hochschulen integrieren Citizen-Science-Ansätze künftig verstärkt in Curricula, Forschungsprogramme und praxisorientierte Ausbildungsformate. Das Protokoll gilt als skalierbares Modell für die Verknüpfung von Forschung, Bildung und landwirtschaftlicher Praxis und soll langfristig zur klimaresilienten und datengetriebenen Transformation europäischer Agrarsysteme beitragen.