Der Artikel befasst sich mit einer aktuellen Krise der amtlichen Statistik: Mit dem Auslaufen der von USAID unterstützten „Demographic and Health Surveys“ im Februar 2025 entfällt eine zentrale Datenquelle zu Bevölkerungsentwicklung, Gesundheit und Ernährung in über 90 Ländern. Gleichzeitig gefährden geplante Kürzungen bei Umweltbehörden die Datengrundlagen für Umweltmonitoring und die Umsetzung der Sustainable Development Goals (SDGs).
Die Autor/innen argumentieren, dass Citizen Science künftig eine wesentlich stärkere Rolle in der amtlichen Statistik einnehmen kann und muss. Ihre Analyse zeigt, dass Citizen-Science-Daten potenziell 48 Indikatoren (rund 60 %) über 13 SDGs hinweg unterstützen könnten. Dafür sei jedoch ein grundlegender Perspektivwechsel notwendig. Daten, die von der Öffentlichkeit freiwillig erhoben werden, sollten nicht länger als sekundäre Quelle betrachtet, sondern als essenzieller Bestandteil robuster, inklusiver und resilienter statistischer Systeme anerkannt werden.
Der Artikel plädiert für eine Kombination aus klassischen amtlichen Erhebungen und gezielten Investitionen in Citizen Science, um flexiblere und anpassungsfähigere Datenerhebung zu ermöglichen.
Einige der Co-Autor/innen sind außerdem Mitglieder im EU-Projekt „RIECS-Concept“, in dem das OeAD-Zentrum für Citizen Science gemeinsam mit zwölf weiteren Partnern an einer künftigen Citizen-Science-Forschungsinfrastruktur arbeitet. Die Steigerung der Verwertbarkeit und Relevanz von Citizen-Science-Daten nimmt dabei eine zentrale Rolle ein.
Literaturhinweis:
Fraisl, D., See, L., MacFeely, S. et al. Why citizen science is now essential for official statistics. Communications Sustainability 1, 2 (2026).
https://doi.org/10.1038/s44458-025-00008-4