MAJA
Mathematische Algorithmen für Jedermann Analysiert
Das MAJA-Projekt widmete sich in seiner dreijährigen Laufzeit von Oktober 2022 bis Dezember 2025 der Analyse von mathematischen Algorithmen. Der Grundthese des Projekts zufolge sollte die verbreitete Nutzung mathematischer Algorithmen unbedingt mit einer Sensibilisierung der Öffentlichkeit für deren Funktionsweise, Grenzen und die daraus entstehenden Probleme einhergehen. Ein Team von Forschenden der Universität Salzburg und der Pädagogischen Hochschule Salzburg entwickelte gemeinsam mit Lehrpersonen und Schülerinnen und Schülern des Akademischen Gymnasiums Salzburg sowie der HTL Braunau Konzepte, um dieses Ziel zu erreichen.
Multiplikativ abhängige Tupel
Im Rahmen eines MAJA-Workshops gelang es teilnehmenden Schülerinnen und Schülern, neue multiplikativ abhängige Tupel mit Hilfe selbstgeschriebener Computerprogramme zu entdecken. Ein Tupel ist eine geordnete Abfolge von Zahlen. Es heißt multiplikativ abhängig, wenn die Zahlen so miteinander multipliziert oder dividiert werden können (es ist erlaubt Zahlen des Tupels auch mehrmals zu verwenden), dass sie sich kürzen und schließlich als Ergebnis die Zahl 1 übrigbleibt. Ein einfaches Beispiel für ein solches Tupel ist: (16,3,2,18), weil (16 ∙3^2)/(2^3∙ 18)=(16 ∙ 9)/(8 ∙ 18)=144/144=1.
Türme von Hanoi
Während er im Rahmen des MAJA-Projekts seine Bachelorarbeit schrieb, entwickelte ein Lehramtsstudent die Idee, dass sich diese bekannte Knobelaufgabe besonders gut zur Veranschaulichung der Analyse eines mathematischen Algorithmus eignet. Dabei soll ein Turm größer werdender Scheiben bestehend aus Teilen, zum Beispiel n=3,4,5 oder 2026 von einem Platz unter Zuhilfenahme eines Platzes auf den Platz transferiert werden. Es darf pro Schritt jeweils nur eine Scheibe bewegt werden und es darf nie auf eine kleinere Scheibe gelegt werden. Dies kann man algorithmisch lösen und es zeigt sich, dass das (am schnellsten) in 2^n-1 Schritten geht.
Patchbare Netze
Die Konstruktion von in alle Richtungen glatten Basisfunktionen, man kann sie sich als sanfte Hügel vorstellen, auf lernfähigen Grundgittern spielt bei der Finite-Elemente-Methode zur Lösung von Differentialgleichungen und somit bei vielen physikalischen Anwendungen eine wichtige Rolle. Im Rahmen des MAJA-Projekts wurde eine Konstruktion zur Erzeugung von patchbaren Netzen entwickelt. Dabei wird jedem einschränkenden Gitterpunkt ein Bündel von Basisfunktionen so zugeordnet, dass dessen Grundfläche mit dem an diesen Gitterpunkt zugewiesenen Patch übereinstimmt.
Rekursive Algorithmen der diskreten Mathematik und adaptive Algorithmen der numerischen Mathematik standen im Zentrum des Projekts. Begleitend wurde eine Erhebung und Evaluation der mathematischen Weltbilder der teilnehmenden Schüler:innen durchgeführt, welche den fachdidaktischen Forschungsinhalt des Projekts bildete. Die Zusammenarbeit mit den Partnerschulen war über ein Freifach bzw. ein Wahlfach im Modulsystem möglich. Zusätzlich haben regelmäßig mehrtägige Workshops stattgefunden. Neben Fachpublikationen wurden Lernmaterialien erstellt und eine MAJA-App programmiert, welche zusammen mit den Lernmaterialien auch weiterhin für Untersuchungen und im Unterricht zur Verfügung steht.
Dieses Projekt ist bereits abgeschlossen.
Publikation
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S. Plangg, L. Raffler, J. Taxacher: Beliefs von Schüler*innen der Sekundarstufe II zu Mathematik und Algorithmen - Ergebnisse einer qualitativen Studie zum MAJA-Projekt (Öffnet in neuem Fenster)2026-03-03, Beiträge zum Mathematikunterricht WTM-Verlag Münster
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K.-J. Fuchs, J. Guncaga, S. Plangg, W. Schöpf: Mathematikdidaktische Impulse im Kontext der Geschichte und Gegenwart (Öffnet in neuem Fenster)2026-03-03, Mathematikdidaktische Impulse aus Vergangenheit und Gegenwart WTM-Verlag Münster
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S. Schachl: Die Integration von Technologie zur Förderung des Mathematikunterrichts in der Mittelschule (Öffnet in neuem Fenster)2026-03-03, Universität Salzburg
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M. Dygruber: Entwicklung einer Learning-App mit Themen der numerischen Mathematik für die Sekundarstufe II (Öffnet in neuem Fenster)2026-03-03, Universität Salzburg
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P. Bammer: hp-FEM for elastoplasticity (Öffnet in neuem Fenster)2026-03-03, Universität Salzburg
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A. Schröder: C^k basis functions on meshes with hanging nodes (Öffnet in neuem Fenster)2026-03-03, Computers
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M. Schönauer, A. Schröder: On an Optimal AFEM for Elastoplasticity (Öffnet in neuem Fenster)2026-03-03, Computational Methods in Applied Mathematics
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F. Luca, I. Pink, Cs. Sándor: On the largest value of the solutions of Erdős’ last equation (Öffnet in neuem Fenster)2026-03-03, International Journal of Number Theory
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A. Bérczes, L. Hajdu, F. Luca, I. Pink: On the Diophantine equation F_n^x+F_k^x=F_m^y (Öffnet in neuem Fenster)2026-03-03, The Ramanujan Journal
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P. Bammer, A. Schröder, T. P. Wihler: An hp-Adaptive Strategy Based on Locally Predicted Error Reductions (Öffnet in neuem Fenster)2026-03-03, Computational Methods in Applied Mathematics
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P. Bammer, L. Banz, A. Schröder: A posteriori error estimates for hp-FE discretizations in elastoplasticity (Öffnet in neuem Fenster)2026-03-03, Computers & Mathematics with Applications
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P. Bammer, L. Banz, A. Schröder: Mixed finite elements of higher-order in elastoplasticity (Öffnet in neuem Fenster)2026-03-03, Applied Numerical Mathematics
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S. Arora, F. L. Schwenninger, I. Vukusic, M. Waurick: A universal example for quantitative semi-uniform stability (Öffnet in neuem Fenster)2026-03-03, Journal of the London Mathematical Society
Unterrichtsmaterial
Beteiligte Schulen
Partner aus Wirtschaft und Gesellschaft
Wissenschaftliche Einrichtungen