Bologna-Tag 2026
Internationalisierung von Studium und Lehre - Wo stehen wir mit der HMIS2030?
Einblicke in den HMIS2030 - Zwischenbericht 2025
Der Bologna-Tag am 17. Juni 2026 an der PH Tirol in Innsbruck stand ganz im Zeichen des Zwischenberichts 2025 zur Umsetzung der Nationalen Hochschulmobilitäts- und Internationalisierungsstrategie 2020-2030 (HMIS2030 –ZB 2025). Vertreterinnen und Vertreter österreichischer Hochschulen, Ministerien und Institutionen diskutierten zentrale Ergebnisse des Zwischenberichts, aktuelle Entwicklungen, Herausforderungen und Zukunftsperspektiven der Internationalisierung von Studium und Lehre. Dabei griff der Bologna-Tag 2026 mit einem neuen Vernetzungs- und Austauschformat sowie einem Call for Contributions den im Zuge der Erhebungen zum HMIS2030 – ZB 2025 geäußerten Wunsch nach stärkerem intersektoralem Austausch und einer partizipativen Bearbeitung von Umsetzungsfragen auf.
Zum Auftakt des Bologna-Tags präsentierte Andreas Pfaffel vom WPZ die zentralen Ergebnisse des Zwischenberichts 2025 zur Umsetzung der HMIS2030. Der Zwischenbericht 2025 zeigt, dass die HMIS2030 einen wichtigen Orientierungsrahmen für die österreichischen Hochschulen bildet. Gleichzeitig bestehen trotz verstärkter Maßnahmen und intensivem Engagement der Hochschulen weiterhin Herausforderungen bei der Internationalisierung von Curricula, der Anerkennung von Studienleistungen aus dem Ausland, der Mobilität von Lehrenden und allgemeinem Hochschulpersonal, Mobilitätsangeboten sowie bei der Integration internationaler Studierender und Mitarbeitender. Daraus wurden 11 Empfehlungen abgeleitet, die sich an die Politik, den Bund, Hochschulen und den OeAD richten.
In anschließenden Respondenzen diskutierten die Teilnehmenden, welche Schlussfolgerungen aus den Ergebnissen gezogen werden können, welche Handlungsfelder besonders relevant erscheinen und wie die Empfehlungen aus dem Zwischenbericht umgesetzt werden können. Dabei wurde der Mehrwert der HMIS2030 für die bestehenden Internationalisierungsstrategien der Hochschulen hervorgehoben. Gleichzeitig wurde darauf hingewiesen, dass hochschulische Strategien häufig vor allem Willensbekundungen darstellen und konkrete Zielkriterien fehlen. Hinsichtlich der Tatsache, dass die Hälfte des Betrachtungszeitraum des Zwischenberichts von Corona geprägt war, sowie angesichts internationaler Konflikte und finanzieller Restriktionen bleiben weitere Entwicklungen und Maßnahmen abzuwarten. Betont wurde auch die Bedeutung entsprechender Förderprogramme, die Relevanz internationaler Studierender für den österreichischen Arbeitsmarkt sowie langfristiger Veränderungen des kulturellen Mindsets.
In vier parallelen Break-Out-Sessions wurden daraufhin die gezeigten Ergebnisse vertiefend betrachtet. Die Teilnehmenden tauschten Erfahrungen aus ihren Institutionen aus und sammelten weitere Kommentare zum Zwischenbericht. Neben möglichen Lösungsansätzen für bestehende Herausforderungen wurden auch Ideen für Unterstützungsmaßnahmen durch OeAD und BMFWF eingebracht.
In den Foren am Nachmittag waren die Teilnehmenden eingeladen, in verschiedene thematische Bereiche einzutauchen und Einblicke in konkrete Praxisbeispiele österreichischer Hochschulen zu gewinnen. Spezifisch widmeten sich die fünf Foren folgenden Themen:
- Forum 1: Flexible Curricula und Anerkennung erleichtern
(Präsentationen von Lena Neureiter, TU Graz, Theresa Draxler und Manfred Tragner, FH JOANNEUM, moderiert von Beate Treml, OeAD) - Forum 2: Mobilitätshindernisse für Studierende und Personal
(Präsentationen von Thomas Baumgartner, Isabella Göschl und Larissa Jenewein, Universität Innsbruck sowie Angelina Kratschanova, Akademie der bildenden Künste Wien, moderiert von Julia Warmuth, OeAD) - Forum 3: Studienprogramme internationalisieren
(Präsentationen von Silvia Baldassari, PH Tirol, Kerstin Kraus, FH Technikum Wien, moderiert von Regina Aichner, Industriellenvereinigung) - Forum 4: Workshop Bridging Worlds: Building an Inclusive Culture for All Students
(durchgeführt von Janet Brown und Aleksandra Jama, FH Kärnten) - Forum 5: Perspektiven schaffen: Internationale Studierende und Karriere in Österreich
(mit Inputs von Jasmin Hus, TU Graz und Romana Schwab, Innovation Salzburg, Regina Radax, OeAD, moderiert von Maria Unger, OeAD)
Den Abschluss bildete eine Online-Keynote der Technischen Universität Braunschweig. Anja Cziommer, Koordinatorin für den International Student Support und Kerstin Vogelsang, Koordinatorin des International Career Service zeigten auf, wie umfassende Unterstützungsangebote und eine gelebte Willkommenskultur den Studienerfolg und beruflichen Einstieg internationaler Studierender fördern können.
Wir danken allen Teilnehmenden und Mitwirkenden sowie der PH Tirol für ihre Gastfreundschaft und tatkräftige Unterstützung!