Nachlese: 4. internationale ECVET-Fachtagung, 3.12.2020, online

5. December 2020 Europäische ProgrammeBerufsbildungQualität
Wordcloud auf slido.com: Welches Stichwort fällt Ihne zum Thema digitale Berufsbildung spontan ein?
"Wie können Lernergebnisse in der digitalen Berufsbildung vermittelt, erworben und festgestellt werden?" lautete die Kernfrage der Veranstaltung.

Lernergebnisse sind ein zentrales Element europäischer Transparenzinstrumente, wie ECVET oder NQR/EQR. Lernergebnisorientiertes Unterrichten hat auch im Bereich der beruflichen Aus- und Weiterbildung in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen. Die Covid-19-Pandemie stellt die Praktiker/innen in berufsbildenden Einrichtungen einschließlich Lehrbetrieben vor die Herausforderung, Lernergebnisse im virtuellen Raum zu vermitteln und deren Erwerb digital festzustellen.

In ihren Beiträgen skizzierten Martin Bauer, Leiter der Abteilung IT-Didaktik im BMBWF, und Ulrike Domany-Funtan, Generalsekretärin des Vereins fit4internet, eine breite Palette von Maßnahmen und Instrumenten, welche die österreichischen Bundesministerien für Bildung, Wissenschaft und Forschung bzw. Digitalisierung und Wirtschaftsstandort zur Unterstützung von Distance Learning und Blended Learning Szenarien anbieten.

Um die 170 Teilnehmende gewannen so Einblicke in den 8-Punkte-Plan für den digitalen Unterricht mit dem Portal Digitale Schule, speziellen MOOCs für Pädagog/innen etc. Ferner lernten sie Initiativen, wie digi.check, playmit, eEducation oder das Digitale Kompetenzmodell für Österreich DigComp 2.2. AT sowie Methoden und Projekte zur Erfassung und Lernunterstützung digitaler Kompetenzen am Arbeitsplatz bis hin zu neuen digital-orientierten Lehrberufen kennen.

Harald Kopececk, Leiter der BAUAkademie Oberösterreich eröffnete den Reigen der Beispiele guter Praxis und präsentierte eine E-Learningplattform für die Baulehre.

Manfred Klima, IT Koordinator der Vienna Business School Akademiestraße, berichtete über vielfältige Erfahrungen mit Distance Learning an seiner Einrichtung.

Andreas Rausch, Professor für Wirtschaftspädagogik an der Universität Mannheim, stellte LUCA vor, eine web-basierte Bürosimulation zur Förderung kaufmännischer Problemlösekompetenzen.

Schließlich schilderte die angehende Maßschneiderin und Kostümdesignerin Larissa Jürjens ihre Erfahrungen beim Erstellen eines historischen Kostüms für „The Spanish Armada group“ in Sligo (IE) im Rahmen einer durch Corona verursachten Distance Mobility. Ihr Ausbilder, der Modedesigner, Maßschneidermeister und Vorsitzende des Prüfungsausschusses der Handwerkskammer zu Leipzig, Andreas Trommler, ging ergänzend auf die Herausforderungen der folgenden virtuellen Mobilität ein.

In seinem Abschlussstatement verwies Eduard Staudecker auf die Erfolgsgeschichte von ECVET und zeigte sich sehr zufrieden mit der Entwicklung als „kleines, feines Innovationslabor für die Berufsbildung“. Die Teilnehmer/innen lud er ein, die Lernergebnisse aus der Fachtagung zu reflektieren und nach Möglichkeit auch im eigenen beruflichen Umfeld weiter zu transferieren. Europa bezeichnete er als zentralen Inputgeber für Digitalisierung und spannte den Bogen zur eben verabschiedeten Osnabrück-Erklärung, in der Nachhaltigkeit und Digitalisierung als ein wesentlicher Pfeiler für die Zukunft der Berufsbildung genannt werden.