Österreichischer Preis für Entwicklungsforschung

Der Österreichische Preis für Entwicklungsforschung besteht aus einem Haupt- und einem Nach-wuchspreis und wird vom Österreichischen Austauschdienst (OeAD) aus den Mitteln des Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft und Forschung (BMBWF) an wissenschaftlich tätige Personen bzw. Institutionen verliehen, die eine besondere Leistung in Bezug auf Forschung für Entwicklung erbracht haben (Publikationen, Projekte und Initiativen).

Von 24. April bis zum 19. August 2019 können Nominierungen für den Hauptpreis angemeldet oder Artikel für den Nachwuchspreis eingereicht werden.

Beide Auszeichnungen – Hauptpreis und Nachwuchspreis – stellen einen Beitrag zur besseren Sichtbarkeit der Entwicklungsforschung dar; sie dienen der Stimulierung des wissenschaftlichen entwicklungsrelevanten Diskurses sowie seiner gesellschaftlichen Verankerung in Österreich und der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit global relevanten Themen der Entwicklungsforschung und den Sustainable Development Goals der Vereinten Nationen. Um der Vielfalt der Entwicklungsforschung gerecht zu werden, wird ein breites Spektrum an Themen abgedeckt und der trans- bzw. interdisziplinäre Charakter der Forschung betont.

Der Hauptpreis

Der Hauptpreis wird jedes zweite Jahr für wissenschaftlich herausragende Publikationen, Projekte oder Initiativen an eine Person oder Institution bzw. an eine Person für ihr wissenschaftliches Lebenswerk verliehen. 2019 wird der Hauptpreis an eine Person für herausragende wissenschaftliche Publikationen, Projekte oder Initiativen bzw. für ihr Lebenswerk verliehen. Prämierte Publikationen, Projekte und Initiativen müssen einen nachhaltigen „Leuchtturmcharakter“ für die Entwicklungsforschung im weitesten Sinn haben (etwa die erfolgreiche Etablierung eines regionalen akademischen Programms, die Etablierung einer Forschungseinrichtung, die langfristige und nachhaltige Durchführung eines für die Entwicklungsforschung relevanten Projektes usw.). Sie müssen von herausragender wissenschaftlicher Qualität sein und das Potential besitzen, den Diskurs der österreichischen Entwicklungsforschung zu bereichern.

Für den Hauptpreis wird ein offenes Nominierungsverfahren durchgeführt. Um eine solche Nominierung auszusprechen, übermitteln im Bereich der Entwicklungsforschung tätige und relevante Institutionen/Personen Nominierungen (max. 2 A4 Seiten, plus Beilagen wie Publikations-/Projektlisten) für potentielle Kandidaten/Kandidatinnen via Email an oder per Post an OeAD-GmbH, z.Hd. Mag. Doris Bauer – Entwicklungsforschungspreis, Ebendorferstraße 7, 1010 Wien.

Als entscheidende Kriterien dienen der Jury folgende Punkte:
- Wissenschaftliche Relevanz und Exzellenz
- Bedeutung für Entwicklung - Beitrag zur Lösung „globaler Herausforderungen“
- Bedeutung für Scientific Community und außerwissenschaftliche Öffentlichkeit

Der Hauptpreis ist mit 5.000 Euro dotiert.

Die genauen Anforderungen für den Hauptpreis für Entwicklungsforschung 2019 entnehmen Sie bitte den zugehörigen Teilnahmebedingungen.

Der Nachwuchspreis

Der Nachwuchspreis, der ebenfalls zweijährig verliehen wird, würdigt wissenschaftliche Arbeiten und Publikationen im Bereich der „Globalen Herausforderungen“ (z.B. Klimawandel, Armut, Migration, Ressourcenknappheit, Ernährungssicherheit, demographischer Wandel, Gesundheit, nachhaltige Stadtentwicklung, Konfliktprävention und Friedenserhalt etc.). Jede Ausschreibung steht unter einem eigenen thematischen Schwerpunkt. Junge Wissenschafter/innen sind eingeladen wissenschaftliche Artikel zu folgendem Themenschwerpunkt 2019 einzureichen.

Die Bedeutung indigener Sprachen und Kulturen für eine nachhaltige kulturelle, soziale und ökonomische Entwicklung im Sinne der Sustainable Development Goals (SDGs)

Die Vereinten Nationen haben das Jahr 2019 zum „International Year of Indigenous Languages“ erklärt – um auf die kulturelle Bedeutung oft auch bedrohter indigener Gesellschaften verstärkt aufmerksam zu machen, internationale Kooperationen zu deren Schutz zu fördern und deren soziales und ökologisches Wissen in den Fokus von Nachhaltigkeitsdiskursen zu rücken. Von den rund 7000 auf der Welt gesprochenen Sprachen entfallen rund 5000 auf indigene Kulturen – mit einer Bevölkerung von insgesamt rund 340 Millionen Menschen. Mehr als die Hälfte der indigenen Sprachen sind freilich gefährdet oder bereits jetzt vom Aussterben bedroht. Mit jeder Sprache, die nicht mehr gesprochen wird, verschwinden eine spezifische Weltsicht, vielfältige Fertigkeiten und oft über Jahrhunderte tradierte kulturelle Erfahrungen und Wissensbestände.

In welcher Weise kann indigenes Wissen zu nachhaltigen kulturellen, sozialen, ökologischen und auch ökonomischen Entwicklungen beitragen? Was lässt sich aus der Geschichte und Gegenwart indigener Gesellschaften für die Zukunft der Weltgesellschaft lernen? In welcher Weise können tradiertes indigenes Wissen, Sozialtechniken, auch epistemologische Vorstellungen für die intendierte sozial-ökologische Transformation im Sinne der SDGs fruchtbar gemacht werden? Und welche politischen und ökonomischen Strategien müssen zur Anwendung gelangen um Freiheits- und Selbstbestimmungsrechte für Menschen indigener Gesellschaften in einem globalen Kontext nachhaltig zu realisieren?

Als Entscheidungskriterien zur Auswahl des Siegertextes dienen der Jury folgende Merkmale:
- Wissenschaftliche Relevanz und Exzellenz
- Bedeutung für Entwicklung
- Beitrag zur Lösung „globaler Herausforderungen“
- Bedeutung für Scientific Community und außerwissenschaftliche Öffentlichkeit

Wissenschaftliche Artikel für den Nachwuchspreis 2019 senden junge Wissenschafter/innen inkl. eines CVs in digitaler Form via Email an .

Das Einreichformular „Nachwuchspreis-Entwicklungsforschung 2019“ und eine Hardcopy des eingereichten Artikels muss zusätzlich per Post an folgende Adresse gesendet werden: OeAD-GmbH, z.Hd. Mag. Doris Bauer – Entwicklungsforschungspreis, Ebendorferstraße 7, 1010 Wien.

Der Nachwuchspreis ist mit 2.000 Euro dotiert.

Die genauen Anforderungen für den Nachwuchspreis für Entwicklungsforschung 2019 entnehmen Sie bitte den zugehörigen Teilnahmebedingungen.

Auswahl und Verleihung

Die Auswahl und Bekanntgabe der Preisträger/innen erfolgt bis spätestens Oktober 2019.

Der Hauptpreis wird zusammen mit dem Nachwuchspreis im Rahmen eines feierlichen Festakts im Oktober/November 2019 durch den Bundesminister für Bildung, Wissenschaft und Forschung oder eine hochrangige Ressortvertretung gemeinsam mit der Geschäftsführung der OeAD-GmbH verlie-hen.