Jüdische Soldaten gegen Napoleon

Die Habsburgermonarchie war der erste Staat der Neuzeit, der seine jüdische Bevölkerung zum Wehrdienst verpflichtete. Bereits Mitte der 1790er-Jahre wurden jüdische Soldaten ein gewöhnlicher Bestandteil der deutschen Infanterieregimenter. Nach 1800 wurden auch Juden in Ungarn für den Militärdienst eingezogen. Die Gesamtzahl der jüdischen Soldaten während der Kriege von 1792 bis 1815 näherte sich 40.000 Männern. Basierend auf den Originaldienstakten von mehreren hundert jüdischen Unteroffizieren und Gemeinen wird der Vortrag auf die persönlichen Erlebnisse dieser Menschen eingehen. Woher kamen sie? Wie sind sie in die Armee eingetreten? In welchen Einheiten und in welchen Rollen dienten sie? Wie und in welchem Ausmaß unterscheiden sich ihre Dienstbedingungen von denen ihrer nichtjüdischen Kameraden? Inwieweit wurde die Politik der Zentralbehörden gegenüber jüdischen Soldaten von den einzelnen Regimentern in die Tat umgesetzt? Die Erfahrungen der jüdischen Soldaten in diesen Jahren bieten eine spannende Perspektive von unten auf die tatsächliche Funktionsweise der multiethnischen und multikonfessionellen Armee einer zusammengesetzten Monarchie.

Einladung

21. Jänner 2020 18:00 bis 20:00 Hollandstraße 11-13 1020 Wien Raum 01.50 Österreichische Akademie der Wissenschaften Veranstaltung im iCal-Format speichern