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Blaue Karte EU

Aussichten auf Erteilung des Aufenthaltstitels "Blaue Karte EU" haben Drittstaatsangehörige dann, wenn sie die allgemeinen Erteilungsvoraussetzungen erfüllen und eine schriftliche Bestätigung des Arbeitsmarktservice (AMS) vorlegen können, dass sie die Kriterien für die Zulassung als Schlüsselkraft erfüllen. Forscherinnen und Forscher erfüllen hinsichtlich ihrer Qualifikationen und der ihnen gebotenen Entlohnung oft die Kriterien für die Erteilung eines Aufenthaltstitels "Blaue Karte EU", vor allem wenn sie bereits eine "Blaue Karte EU" eines anderen Schengenstaates innehaben.

Voraussetzungen für die Erteilung

Anträge auf Erteilung einer "Blauen Karte EU" müssen persönlich bei der zuständigen österreichischen Vertretungsbehörde im Wohnsitzstaat oder können im Falle der visumfreien Einreise bzw. der Einreise mit einem Aufenthaltstitel eines anderen Schengenstaates bei der örtlich zuständigen Aufenthaltsbehörde im Inland eingebracht werden. Der Antrag kann auch vom Arbeitgeber/von der Arbeitgeberin der Forscherin/des Forschers im Inland eingebracht werden. Das Arbeitsmarktservice (AMS) übermittelt eine schriftliche Bestätigung an die zuständige Aufenthaltsbehörde, dass der/die Forscher/in die Kriterien für die Zulassung als Schlüsselkraft erfüllt. Die Aufenthaltsbehörde entscheidet über den Antrag bei Vorliegen aller notwendiger Unterlagen innerhalb von acht Wochen.

Alle Voraussetzungen für die Erteilung einer "Blaue Karte EU" finden Sie in der Checkliste.

Versicherung

Für die Einreise nach Österreich muss grundsätzlich eine Reisekrankenversicherung abgeschlossen werden. Hierbei ist zu beachten, dass der Gültigkeitsbereich Österreich umfasst und ausreichender Schutz für verschiedene Krankheitsfälle (Deckungssumme deutlich über 30.000 Euro, Garantie der Übernahme etwaiger Berge- und Rückführungskosten) gegeben ist.

Drittstaatsangehörige erhalten nur dann einen Aufenthaltstitel, wenn zusätzlich der Nachweis einer "alle Risiken abdeckenden" Krankenversicherung erbracht werden kann. Reisekrankenversicherungen sind nur für den Zeitraum, bis nach Einreise eine "alle Risiken abdeckenden Krankenversicherung" abgeschlossen werden kann, ausreichend.

Forscher/innen, die Dienstnehmer/innen einer österreichischen Forschungseinrichtung sind, erfüllen das Erfordernis der "alle Risken abdeckenden Krankenversicherung" regelmäßig aufgrund der mit dieser Beschäftigung verbundenen Pflichtversicherung. Sofern die Beschäftigung die Geringfügigkeitsgrenze von 460,66 Euro/Monat [Stand 2020] überschreitet,  besteht für Dienstnehmer/innen eine automatische Krankenversicherung (zusätzlich besteht eine Versicherung in der Unfall- und Pensionsversicherung).

Ausstellungsdauer

Die Forscherin/der Forscher erhält eine "Blaue Karte EU" mit einer bis zu zweijährigen Gültigkeitsdauer. Weist der Arbeitsvertrag eine kürzere Dauer auf, wird die "Blaue Karte EU" für einen um drei Monate über die Dauer des Arbeitsvertrages hinausgehenden Zeitraum ausgestellt.

Erwerbstätigkeit

Für Forscher/innen mit "Blauer Karte EU" sind zur Aufnahme der geplanten Forschungstätigkeit keine weiteren arbeitsmarktbehördlichen Dokumente erforderlich.

Verlängerung und Umstiegsmöglichkeiten

Verlängerungen müssen vor Ablauf der Gültigkeitsdauer, können jedoch frühestens drei Monate vor dem Ablauf der Aufenthaltsbewilligung bei der zuständigen Aufenthaltsbehörde im Inland beantragt werden. Bis zur Entscheidung über den Verlängerungsantrag halten sich die Antragstellerinnen/Antragsteller rechtmäßig in Österreich auf, auch für den Fall, dass die bisherige Aufenthaltsbewilligung inzwischen ablaufen sollte.

Nach zwei Jahren kann die Forscherin/der Forscher eine "Rot-Weiß-Rot – Karte plus" beantragen, wenn er/sie innerhalb der letzten 24 Monate zumindest 21 Monate unter den für eine "Blaue Karte EU" maßgeblichen Bedingungen beschäftigt war.

Nach einer insgesamt fünfjährigen Niederlassung in Österreich können Forscherinnen und Forscher den Aufenthaltstitel Daueraufenthalt – EU erhalten, wenn sie die Voraussetzungen erfüllen.

Familienangehörige

Familienangehörige* von Forscherinnen und Forschern, die über eine "Blaue Karte EU" verfügen, können eine "Rot-Weiß-Rot – Karte plus" beantragen.

Der Antrag muss grundsätzlich bei der zuständigen österreichischen Vertretungsbehörde im Wohnsitzstaat gestellt werden. Sind die Familienangehörigen zur visumfreien Einreise berechtigt, ist alternativ auch eine Inlandsantragstellung bei der örtlich zuständigen Aufenthaltsbehörde möglich.

Die Familienangehörigen haben nach Erhalt der "Rot-Weiß-Rot – Karte plus" freien Zugang zum Arbeitsmarkt und können jede Beschäftigung ohne Beschäftigungsbewilligung ausüben, solange die Angehörigengemeinschaft besteht.

* Ehegatt/innen, eingetragene Partner/innen oder minderjährige ledige Kinder. Ehegatten und eingetragene Partner müssen das 21. Lebensjahr zum Zeitpunkt der Antragstellung bereits vollendet haben.

Sonstige Hinweise

Die "Blaue Karte EU" wird im Scheckkartenformat mit Lichtbild erteilt und dient auch als Identitätsnachweis. Die "Blaue Karte EU" sollte zum Nachweis des Aufenthaltsrechts immer mitgeführt werden.

Eine "Blaue Karte EU" berechtigt während der Gültigkeit zur Durchreise durch bzw. zum Aufenthalt in anderen Schengenstaaten (Belgien, Lettland, Portugal, Dänemark, Liechtenstein, Schweden, Deutschland, Litauen, Schweiz, Estland, Luxemburg, Slowakei, Finnland, Malta, Slowenien, Frankreich, Niederlande, Spanien, Griechenland, Norwegen, Tschechische Republik, Island, Ungarn, Italien und Polen) für eine maximale Dauer von 90 Tagen je Zeitraum von 180 Tagen.

Innerhalb von drei Werktagen nach der Einreise nach Österreich müssen Sie sich bei der Meldebehörde an Ihrem Wohnort anmelden.

Checkliste

Checkliste für "Blaue Karte – EU"

Folgende Unterlagen sind in Kopie dem eigenhändig unterfertigten Antragsformular (Ausfüllhilfe Antragsformular) beizulegen und im Original zusätzlich vorzuweisen::

  • Gültiges Reisedokument
  • Geburtsurkunde oder ein dieser gleichzuhaltendes Dokument (nur bei Erstanträgen)
  • Ein Passfoto gemäß den ICAO-Kriterien (Farbe; 3,5 x 4,5cm)
  • Nachweis einer ortsüblichen Unterkunft in Österreich (z.B. Miet- oder Untermietverträge, bestandsrechtliche Vorverträge, Wohnrechtsvereinbarung)
  • Arbeitgebererklärung (als Nachweis eines verbindlichen Arbeitsplatzangebots für eine hochqualifizierte Beschäftigung für mindestens ein Jahr, die der Ausbildung des/der Forschers/Forscherin entspricht, mit einer Mindestbruttojahresentlohnung von 63.672,00 Euro [Stand 2020])
  • Polizeiliches Führungszeugnis aus dem Wohnsitzstaat (in Einzelfällen auch aus dem Herkunftsland)
  • Nachweis des Studienabschlusses mit dreijähriger Mindestdauer durch Urkunde über den Abschluss und Nachweis über den Status der Hochschuleinrichtung
  • Bestätigung des AMS über die Zulassung als Schlüsselkraft nach Durchführung einer Arbeitsmarktprüfung

Es wird empfohlen, alle ausländischen Dokumente in beglaubigter deutscher Übersetzung sowie ausländische Urkunden und Nachweise (z.B. Geburtsurkunde, Polizeiliches Führungszeugnis, Schulabschlusszeugnis) nach den jeweils geltenden Vorschriften in beglaubigter Form vorzulegen.

Kosten: 160 Euro (120 Euro bei Antragstellung, 20 Euro bei Erteilung und 20 Euro Personalisierungsgebühr)