Selbständige Erwerbstätigkeit mit Werkvertrag

Für eine selbständige Erwerbstätigkeit mit Werkvertrag ist keine Beschäftigungsbewilligung erforderlich. Sozialversicherungs-, steuer- und gewerberechtliche Vorschriften müssen jedoch beachten werden.

Da die Rechtsfolgen sehr unterschiedlich sind, muss genau zwischen Dienstvertrag und Werkvertrag unterschieden werden. Es ist nicht der Name des Vertrages, sondern die tatsächlich ausgeübte Tätigkeit ausschlaggebend!

  • Ein Dienstvertrag (unselbständiger Erwerb) verpflichtet zu persönlicher, wiederkehrender, regelmäßiger Anwesenheit und Arbeit an einem fix festgelegten Arbeitsort (z.B. Montag bis Donnerstag, 09.00 bis 12.00 Uhr im Geschäftslokal der Fa. XY in Wien), wobei der/die Arbeitnehmer/in nach den persönlichen Anweisungen der/des Arbeitgeber/in in die Arbeitsorganisation der/des Arbeitgeber/in eingebunden arbeiten muss. Die Entlohnung erfolgt nach der geleisteten Arbeitszeit. Der/die Arbeitgeber/in ist verpflichtet, den/die Arbeitnehmer/in für die Dauer des Arbeitsverhältnisses zur Sozialversicherung anzumelden und die auf den Lohn entfallende Steuer abzuführen.
  • Im Fall des Werkvertrages (selbständige Erwerbstätigkeit) wird dem Auftraggeber lediglich die Erbringung eines bestimmten Werkes/Erfolges geschuldet (z.B. Beschriftung von 1.000 Briefkuverts), wobei dieser Auftrag unabhängig von fixen Arbeitszeiten und an einem beliebigen, selbst gewählten Arbeitsort nach freier Einteilung - oder sogar von anderen Personen - erledigen werden kann. Die Entlohnung erfolgt ausschließlich nach Anzahl der abgelieferten Werkstücke/nach dem Erfolg. Beim Werkvertrag erfolgt keine Anmeldung zur Sozialversicherung und kein Steuerabzug durch den/die Auftraggeber/in. Für diese Belange ist der/die selbständig Erwerbstätige verantwortlich.

Achtung: Da die Unterscheidung, ob ein Dienstvertrag oder ein Werkvertrag vorliegt, oft sehr schwer zu treffen ist, dies aber entscheidet, ob Sie eine Beschäftigungsbewilligung benötigen oder nicht, holen Sie unbedingt zusätzliche Informationen bei der Arbeiterkammer, beim Arbeitsmarktservice (AMS), der Wirtschaftskammer oder einer anderen Beratungsinstitutionen vor Aufnahme der Erwerbstätigkeit ein!

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