Arbeiten

Ob Sie in Österreich arbeiten dürfen, hängt von der Staatsangehörigkeit, der Art der Tätigkeit und - für Drittstaatsangehörige - vom Typ des Aufenthaltstitels ab:

Staatsangehörige von Belgien, Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Irland, Island, Italien, Lettland, Liechtenstein, Litauen, Luxemburg, Malta, Niederlande, Norwegen, Polen, Portugal, Rumänien, Schweden, Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechische Republik, Ungarn, Zypern oder der Schweiz dürfen in Österreich jeglicher Erwerbstätigkeit nachgehen. Sie brauchen keine behördliche Genehmigung wie eine Beschäftigungsbewilligung.

Staatsangehörige von Kroatien benötigen aufgrund von Übergangsregelungen bis zum Jahr 2020 eine Beschäftigungsbewilligung zur Aufnahme einer unselbständigen oder arbeitnehmerähnlichen Erwerbstätigkeit. Wenn Sie eine Tätigkeit ausüben, die vom Ausländerbeschäftigungsgesetz ausgenommen ist, brauchen Sie keine Beschäftigungsbewilligung. Ausgenommen sind: Tätigkeiten im Rahmen von Austausch- oder Forschungsprogrammen der Europäischen Union oder Tätigkeiten in der wissenschaftlichen Lehre und Forschung.

Studierende aus allen übrigen Staaten ("Drittstaaten"), welche eine "Aufenthaltsbewilligung Studierender" besitzen, dürfen in beschränktem Ausmaß und unter Berücksichtigung der Bestimmungen des Ausländerbeschäftigungsgesetzes (AuslBG), welche im Regelfall eine Beschäftigungsbewilligung verlangen, einer Beschäftigung nachgehen. Beachten Sie bitte genau die folgenden Bestimmungen, da eine Verletzung dieser Normen zu strengen Strafen und zur Verhängung eines Aufenthaltsverbots führen können. Im Zweifel erkundigen Sie sich vor Aufnahme der Erwerbstätigkeit unbedingt beim Arbeitsmarktservice (AMS) oder einer Beratungsorganisation.

Es gilt zwei verschiedene Varianten der zulässigen Beschäftigung zu unterscheiden. Beide dürfen jedoch das Studium als primären Aufenthaltszweck nicht beeinträchtigen:

Aufenthalt zum Zweck der Arbeitssuche nach einem Studium in Österreich

Rechtslage vor dem 1.10.2017:

Studierenden, die ein Studium an einer österreichischen Universität, Fachhochschule, akkreditierten Privatuniversität, Pädagogischen Hochschule, anerkannten privaten Pädagogischen Hochschule oder einen anerkannten privaten Studiengang oder einen anerkannten privaten Hochschullehrgang erfolgreich abgeschlossen hatten und die Erteilung eines Aufenthaltstitels "Rot-Weiß-Rot – Karte" anstrebten, konnte auf begründeten Antrag einmalig für 6 Monate eine Bestätigung zum Zweck der Arbeitssuche ausgestellt werden, sofern die Voraussetzungen (u.a. Unterkunft, Unterhalt, Krankenversicherung) für die Dauer von sechs Monaten erfüllt werden konnten. Ein derartiger Antrag war vor Ablauf der Gültigkeitsdauer der zuletzt erteilten Aufenthaltsbewilligung bei der Aufenthaltsbehörde einzubringen. Bestätigungen zum Zweck der Arbeitssuche gelten nach dem 1.10.2017 (innerhalb ihrer Gültigkeitsdauer) weiter.

Inhaber/innen dieser Bestätigung bleiben innerhalb der Gültigkeitsdauer auch weiterhin zur ausnahmsweisen Inlandsantragstellung für einen Aufenthaltstitel "Rot-Weiß-Rot – Karte" berechtigt. Das Aufenthalts- und Bleiberecht ist jedoch auf 6 Monate beschränkt, eine Berechtigung zu Reisen in andere Schengenmitgliedsstaaten besteht nicht.

Rechtslage nach dem 1.10.2017:

Studierende, die ein Studium an einer österreichischen Universität, Fachhochschule, akkreditierten Privatuniversität, Pädagogischen Hochschule, anerkannten privaten Pädagogischen Hochschule oder einen anerkannten privaten Studiengang oder einen anerkannten privaten Hochschullehrgang erfolgreich abgeschlossen haben und die Erteilung eines Aufenthaltstitels "Rot-Weiß-Rot – Karte" anstreben, können nun einmalig eine Verlängerung ihrer „Aufenthaltsbewilligung – Studierender“ zum Zweck der Arbeitssuche für weitere 12 Monate beantragen.

Für eine Erteilung müssen die allgemeinen Voraussetzungen für einen Aufenthaltstitel erfüllt sein (z.B. Unterhaltsmittel, Unterkunft, Krankenversicherung) und muss ein schriftlicher Nachweis über den erfolgreichen Studienabschluss vorgelegt werden. Für Inhaber/innen einer „Aufenthaltsbewilligung – Studierender“ zum Zweck der Arbeitssuche ist eine Erteilung einer Beschäftigungsbewilligung für bis zu 20 Wochenstunden möglich.

Aufenthaltstitel "Rot-Weiß-Rot – Karte" für Studienabsolvent/innen

Die Erteilung des Aufenthaltstitels "Rot-Weiß-Rot – Karte" für Studienabsolvent/innen ist für jene Personen möglich, die ein Diplomstudium zumindest ab dem zweiten Studienabschnitt bzw. ein Bachelor, Master- oder (PhD-)Doktoratsstudium an einer österreichischen Universität, Fachhochschule oder akkreditierten Privatuniversität absolviert und erfolgreich abgeschlossen haben und für die beabsichtigte Beschäftigung, die ihrem Ausbildungsniveau zu entsprechen hat, ein monatliches Bruttoentgelt in der Höhe von EUR 2.241 [Stand 2017] erhalten. Um einen Aufenthaltstitel "Rot-Weiß-Rot – Karte" erhalten zu können, muss daher ein adäquater Arbeitsplatz nachgewiesen werden.

Visum zum Zweck der Arbeitssuche für besonders Hochqualifizierte

Forscher/innen und Wissenschaftler/innen, die in Österreich eine Beschäftigung in Wissenschaft und Forschung anstreben, können einen Antrag für ein Aufenthaltsvisum D mit sechsmonatiger Gültigkeit stellen. Der/die Forscher/in muss die allgemeinen Einreisevoraussetzungen erfüllen und bei Antragstellung Nachweise vorlegen, die seine/ihre Qualifikation belegen. Der Antrag ist bei der zuständigen Vertretungsbehörde einzubringen. Wenn Sie innerhalb der Gültigkeitsdauer des Visums eine Beschäftigung finden, können Sie einen Antrag auf Erteilung einer "Rot-Weiss-Rot – Karte" stellen. Weitere Informationen finden Sie hier.

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Montag bis Donnerstag 10:00-12:00 Uhr