Integrationsvereinbarung

Personen aus Drittstaaten müssen gegebenenfalls eine Integrationsvereinbarung eingehen. Gemäß Gesetzestext bezweckt die Integrationsvereinbarung"den Erwerb von vertieften Kenntnissen der deutschen Sprache, um dem Drittstaatsangehörigen zur Teilnahme am gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und kulturellen Leben in Österreich zu befähigen". Personen die eine Aufenthaltsbewilligung (Studierende, Sonderfälle, Forscher oder Familiengemeinschaft) beantragen, müssen die Integrationsvereinbarung nicht erfüllen.

Die Integrationsvereinbarung besteht aus zwei Modulen:

  • Modul 1 "dient dem Erwerb von Kenntnissen der deutschen Sprache zur vertieften elementaren Sprachanwendung" und
  • Modul 2 "dient dem Erwerb von Kenntnissen der deutschen Sprache zur selbstständigen Sprachanwendung"

Modul 1 ist verpflichtend zu erfüllen wenn dies der entsprechende Aufenthaltstitel (z.B. Rot-Weiß-Rot - Karte) vorsieht, die Erfüllung von Modul 2 ist Vorraussetzung für die Erteilung der Aufenthaltstitel "Daueraufenthalt - EG" und "Daueraufenthalt - Familienangehöriger" und für die Erteilung der Staatsbürgerschaft.

Folgende Personen müssen keine Integrationsvereinbarung eingehen:

  • die zum Zeitpunkt der Erfüllungspflicht unmündig (unter 14 Jahren) sind oder sein werden,
  • denen auf Grund ihres hohen Alters oder Gesundheitszustandes die Erfüllung der Integrationsvereinbarung nicht zugemutet werden kann. Dies muss der Drittstaatsangehörige durch ein amtsärztliches Gutachten nachweisen.
  • Personen die schriftlich erklären, dass sie in einem Zeitraum von zwei Jahren nicht länger als zwölf Monate in Österrreich sind und einen Verzicht auf die Stellung eines Verlängerungsantrages stellen.

Modul 1 der Integrationsvereinbarung ist erfüllt, wenn der/die Drittstaatsangehörige

  • einen Deutsch-Integrationskurs besucht und erfolgreich abschließt;
  • einen allgemein anerkannten Nachweis über ausreichende Deutschkenntnisse vorlegt;
  • über einen Schulabschluss verfügt, der der allgemeinen Universitätsreife im Sinne des § 64 Abs. 1 des Universitätsgesetzes 2002 oder einem Abschluss einer berufbildenden mittleren Schule entspricht;
  • eine "Rot-Weiß-Rot - Karte" besitzt;

Die Erfüllung des Moduls 2 beinhaltet das Modul 1.

Wer zur Erfüllung der Integrationsvereinbarung verpflichtet ist, muss einen Deutsch-Integrationskurs besuchen. Die Kurse werden von zertifizierten Veranstaltern durchgeführt. Die Integrationsvereinbarung ist binnen zwei Jahren ab Erteilung des Aufenthaltstitels zu erfüllen. Auf Antrag kann die Behörde aufgrund von persönlichen Lebensumständen wie Krankheit einen Aufschub gewähren.

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