Kooperationsprojekte in Erasmus+

Erasmus+ Partnerschaften für Zusammenarbeit unterstützen die Internationalisierung im Bildungs- und Jugendbereich und fördern Innovationen bei denen Organisationen Erfahrungen mit der internationalen Zusammenarbeit sammeln, ihre Kapazitäten stärken, innovative Ansätze entwickeln oder bewährte Verfahren austauschen.

Für die neue Programmgeneration stehen 26,2 Mrd. plus zusätzliche 2,2 Mrd. Euro aus dem Instrument für Nachbarschaft, Entwicklungszusammenarbeit und internationale Zusammenarbeit (NDICI) zur Verfügung, das ist fast doppelt so viel wie im Vorgängerprogramm (2014-2020). 30% der Mittel sind für die Förderung von Kooperationsprojekten sowie Aktivitäten zur Politikentwicklung reserviert.

Partnerschaften für Zusammenarbeit umfassen sektorale und sektorenübergreifende Kooperationen zwischen Organisationen, die in den Bereichen Bildung und Jugend aktiv sind. Um gefördert zu werden, muss das Projekt entweder zumindest eine horizontale Priorität des Erasmus+ Programms oder zumindest eine sektorspezifische Priorität ansprechen. In Österreich wurden 2019 mit Erasmus+ Bildung und Jugend rund 170 Strategische Partnerschaften gefördert.

Mögliche Ziele der Kooperationen sind eine bereichsübergreifende Zusammenarbeit hinsichtlich gemeinsamer Bedürfnisse und Prioritäten, die Erhöhung von Qualität und Relevanz der Aktivitäten der beteiligten Organisationen, der Aufbau und die Stärkung von Partnernetzwerken, Kapazitäten für länderübergreifende Zusammenarbeit und die Erhöhung der Internationalisierung der Aktivitäten und dabei neue Praktiken, Methoden und Ideen zu entwickeln bzw. auszutauschen.

Im Rahmen der Partnerschaften für Zusammenarbeit wird zwischen Kooperationspartnerschaften und Kleinere Partnerschaften unterschieden (Ausnahme Hochschulbildung: hier gibt es keine Kleineren Partnerschaften).

  • An Kooperationspartnerschaften müssen sich mindestens drei Einrichtungen aus mindestens drei verschiedenen Programmländern (und optional: Partnerländer) beteiligen.
  • Kleinere Partnerschaften umfassen die Zusammenarbeit von mindestens zwei Einrichtungen aus zwei verschiedenen Programmländern. Kleinere Partnerschaften sind ein neues Projektformat, das kleineren Akteuren und schwer zu erreichenden Zielgruppen den Zugang zum Programm Erasmus+ erleichtern soll. Im Vergleich zu Kooperationspartnerschaften ist die Förderung geringer, die Projektdauer kürzer und der Verwaltungsaufwand geringer. Mit einer niedrigen Eintrittsschwelle richten sich Kleinere Partnerschaften an wenig erfahrende Einrichtungen und Programm-Neulinge.

Auch Mobilitätsmaßnahmen können innerhalb von strategischen Partnerschaften organisiert und durchgeführt werden, sofern sie maßgeblich zur Erreichung der Projektzielsetzungen beitragen.

Weitere Informationen zu

Erasmus+ Partnerschaften für Zusammenarbeit in der Schulbildung

Erasmus+ Partnerschaften für Zusammenarbeit in der Berufsbildung

Erasmus+ Partnerschaften für Zusammenarbeit in der Hochschulbildung

Erasmus+ Partnerschaften für Zusammenarbeit in der Erwachsenenbildung

Erasmus+ Partnerschaften für Zusammenarbeit in der Jugendarbeit

Zentral in Brüssel verwaltet werden die "Partnerschaften für Exzellenz", „Partnerschaften für Innovation“, "Kapazitätsaufbau im Bereich Jugend“ und die "Gemeinnützige Europäische Sportveranstaltungen“.

Die Partnerschaften für Exzellenz unterstützen Projekte mit einer langfristig nachhaltigen Perspektive. Im Rahmen dieser Art von Partnerschaften werden folgende Aktionen unterstützt:

  • European Universities (kein Aufruf in 2021!): Unterstützt wird die Herausbildung von Bottom-up-Netzwerken von Hochschuleinrichtungen, die die grenzüberschreitende Zusammenarbeit durch die Entwicklung gemeinsamer langfristiger Strategien für hochwertige Bildung, Forschung und Innovation auf der Grundlage einer gemeinsamen Vision und geteilter Werte auf ein höheres Anspruchsniveau befördern wird.
  • Zentren beruflicher Exzellenz: Die Initiative verfolgt einen Bottum-up-Ansatz für Exzellenz, bei dem berufsbildende Einrichtungen in der Lage sind, ihre Qualifikationsangebote rasch an laufende Veränderungen wirtschaftlicher und sozialer Bedürfnisse anzupassen. So sollen länderübergreifende Plattformen für Zusammenarbeit gefördert werden.
  • Erasmus+ Lehrkräfteakademien: Ziel dieser Aktion ist die Schaffung europäischer Partnerschaften von Anbietern im Bereich der Aus- und Weiterbildung von Lehrkräften für eine europäische und internationale Perspektive für die Lehrkräfteausbildung.
  • Erasmus-Mundus-Aktionen:
    • Gemeinsame Erasmus-Mundus-Masterstudiengänge von Hochschulen bieten einen gemeinsamen, integrierten und akkreditierten Masterstudiengang an, in dessen Verlauf Studierende an mehreren Standorten europa- und weltweit ihre Ausbildung absolvieren.
    • Erasmus Mundus Design Measures (EMDM) unterstützt die Entwicklung neuer Joint Master-Studiengänge.

Partnerschaften für Innovation unterstützen Projekte, die auf systemische Auswirkungen auf europäischer Ebene abzielen, indem sie die Fähigkeit haben, die Projektergebnisse in europäischem Maßstab umzusetzen, und/oder sie auf verschiedene thematische oder geografische Kontexte übertragen. Sie konzentrieren sich auf thematische Bereiche die für Europas Wachstum, Wettbewerbsfähigkeit und sozialen Zusammenhalt von strategischer Bedeutung sind. 2021 läuft die folgende Aktion unter diesem Partnerschaftstyp:

  • Allianzen für Innovation: Innovationsallianzen sollen die Innovationskraft Europas stärken. Mittels Zusammenarbeit und Wissensaustausch zwischen Hochschulbildung, beruflicher Aus- und Weiterbildung und dem breiteren sozioökonomischen Umfeld, einschließlich der Forschung, sind sie ein Motor für Innovation. Sie treiben auch das Angebot neuer Fertigkeiten voran und reagieren auf Qualifikationsdefizite. Dazu entwickeln sie neue Curricula für Hochschulbildung und Berufsbildung und unterstützen Initiativgeist und unternehmerisches Denken in der EU.

Kapazitätsaufbau im Bereich Jugend unterstützt die Zusammenarbeit und den Austausch im Jugendbereich zwischen Organisationen der Programmländer und der Partnerländer und erstreckt sich auf Aktivitäten des nichtformalen Lernens. Ein Schwerpunkt liegt darauf, die Kapazitäten von Organisationen, die mit jungen Menschen außerhalb formaler Lernkontexte arbeiten, zu stärken und zugleich die aktive Beteiligung junger Menschen zu gewährleisten.

Online Plattformen wie eTwinning, EPALE (Electronic Platform for Adult Learning in Europe), SEG (School Education Gateway) und das European Youth Portal bieten virtuelle Räume der Zusammenarbeit, Datenbanken zur Partnersuche, communities of practise und andere online Dienstleistungen für Lehrer, Trainer, Jugendarbeiter, Entscheidungsträger und andere Fachleute sowie für Schüler, junge Menschen und erwachsene Lernende in Europe und darüber hinaus.