OeAD-LÄNDERPROFIL: Republik Mazedonien

Flagge Mazedonien © Pixabay

Basisdaten auf einen Blick

Kennzahl [Quelle] MK AT
Bevölkerungszahl in Millionen (2016) [Weltbank20180412] 2,08 (8,75)
BIP, lauf. Preise in Mrd. USD (2016) [Weltbank20180412] 10,9 (390,8)
BIP je Einwohner/in, lauf. Preise in USD (2016) [Weltbank20180412] 5.2437,15 (44.757,63)
Staatsausgaben für Bildung in % des BIP (2002) [UNESCO20180412] 3,3 (5,52)
Staatsausgaben für tertiäre Bildungseinrichtungen in % des BIP (2002) [UNESCO20180412] 0,5 (1,25)
Bruttoausgaben für Forschung und Entwicklung in % des BIP (2015) [UNESCO20180412] 0,44 (3,07)
Bruttoakademiker/innenquote (ISCED 6-7), first degrees (%) (2014) [UNESCO20180412] 31,09 (33,79)
Studierende im tert. Bildungssektor in Tsd. (ISCED 5-8) (2015) [UNESCO20180412] 63,54 (425,97)
Anzahl Studierender im Ausland in Tsd. (2017) [UNESCO20180412] 4,96 (17,5)
     

Eckdaten

Mazedonien (maz. Makedonija) ist ein Binnenland in Südosteuropa und grenzt im Norden an Kosovo und Serbien, im Osten bzw. Süden an die EU-Mitglieder Bulgarien und Griechenland und im Westen an Albanien.

Staatsform: Parlamentarische Republik

Hauptstadt: Skopje

Fläche: 25.713 km²

Währung: Mazedonischer Denar (MKD), 1€ = ca. 61,5 MKD (relativ stabiler Wechselkurs zum Euro)

Nationalfeiertag: 2. August

Sprache

Die Amtssprache  ist Mazedonisch.

In einigen Gemeinden und Staatsorganen auch Albanisch, Türkisch (Gemeindeebene).

Weitere anerkannte Minderheitensprachen sind Romani, Serbisch und Walachisch

Österreichische Vertretungen

Skopje Hauptplatz © Pixabay

Botschaft

Mile Popjordanov 8, 1000 Skopje

+389 (2) 3083 400

Honorarkonsulate Honorarkonsulat

Bitola Kliment Ohridski 35/3, 7000 Bitola

+389 (4) 722 13 36

Honorargeneralkonsulat Skopje

Dimitar Pandilov 20, 1000 Skopje

+389 (2) 3109 534

Bildungssystem

In Mazedonien herrscht bis zur Sekundarstufe (9-jährige Grundschule und 4-jährige Sekundarschule) Schulpflicht. Für mazedonische, albanische und teilweise auch türkische Kinder findet der Unterricht in der jeweiligen Muttersprache und damit getrennt (vor- und nachtmittags, im Zweiwochen-Rhythmus) statt. Englisch wird ab dem ersten Schuljahr unterrichtet. Daneben etabliert sich immer mehr Deutsch als zweite Fremdsprache. Insgesamt ist das Bildungswesen, trotz Reformversuchen, in den letzten Jahren verkommen (gravierende Korruption, mangelhafte/fehlende Infrastruktur, fehlendes Lehrmaterial).

Es gibt vier staatliche Universitäten im Land. Die größte (23 Fakultäten mit ca. 40.000 Studierende) und älteste (1949 gegründet) ist die Kyrill und Method Universität in der Hauptstadt Skopje. Hier ist ein OeAD-Lektorat eingerichtet. Weitere Universitätsstädte sind Bitola, Stip und Tetovo. Letztere ist albanisch-sprachig und beherbergt ebenfalls ein OeAD-Lektorat. Offiziell agieren die staatlichen Universitäten autonom, der extreme Einfluss der Politik ist aber auf mehreren Ebenen bemerkbar. So werden nicht nur zahlreiche Posten von den jeweiligen Regierungsparteien besetzt, die Politik wirkt auch auf Lehrinhalte und Benotungen ein. Wie im Schulbereich, sind auch hier Vetternwirtschaft und mangelnde Infrastruktur die Hauptursachen für den Qualitätsmangel.

Neben den staatlichen existieren noch mehrere private Universitäten und Hochschulen. Die South-East-European University in Tetovo beispielsweise, wurde 2001 auf Initiative der OSZE und der EU gegründet und bietet Studienmöglichkeiten in Mazedonisch, Albanisch und Englisch an. Nicht wenige der Privatuniversitäten haben den Ruf, Diplome gegen Geld zu vergeben. Ein weiteres Phänomen sind türkische Privatuniversitäten, die sich in erster Linie an männliche Studierende aus der Türkei richten, welche dadurch entweder dem türkischen Militärdienst entgehen oder „erleichterte“ Studienbedingungen antreffen.

In allen Universitäten erfolgt das Benotungs- und Punktesystem nach dem Bologna-Prozess. Internationale Austauschprogramme wie Erasmus werden von Studierenden gerne wahrgenommen. Gleiches gilt für internationale Kooperationen. Beliebt sind ebenfalls sogenannte Work & Travel Programme in den USA und vermehrt auch in Deutschland, wo Studierende meistens in den Sommermonaten in diversen Fast-Food Restaurants arbeiten.

Aufenthalt

Kirche St. John auf Kaneo © Pixabay

Lebenserhaltungskosten

Obwohl die Lebenshaltungskosten stark variieren können, sind sie im Schnitt doch weit unter dem österreichischen Niveau. Eine detailliertere Auflistung ist unter folgendem Link zu finden:

https://www.numbeo.com/cost-of-living/country_result.jsp?country=Macedonia.

Heimische Lebensmittelprodukte sind im Vergleich zu Österreich relativ günstig, jedoch von mangelnder Qualität. Ganz anders schaut es beim heimischen Obst und Gemüse aus. Hier herrscht, saisonabhängig, eine große Auswahl frischer und sehr günstiger Produkte. In den großen Supermärkten kann man aus einem reichhaltigen Angebot nationaler und internationaler Produkte wählen. In den letzten Jahren gibt es auch immer mehr Produkte, die eine gesundheitsbewusste Ernährung ermöglichen.

Visum

EU-Bürger können sich bis zu drei Monate visumsfrei im Land aufhalten, müssen sich jedoch innerhalb von 24h ab Einreise bei der örtlichen Polizei melden (Aushändigung einer weißen Meldebestätigung) und am Tag der Abreise wieder abmelden (zusätzlich: Abgabe der Meldebestätigung beim Grenzzöllner). Bei längerem Aufenthalt ist ein Visum notwendig, welches ebenfalls bei der örtlichen Polizeibehörde zu beantragen ist und mit großem bürokratischem Aufwand verbunden ist.

Versicherung

Mit Österreich existiert ein Sozialversicherungsabkommen, ein sogenannter Betreuungsschein sollte vor dem geplanten Aufenthalt bei einer österreichischen Krankenkasse beantragt werden. Das BMEIA empfiehlt jedoch noch den Abschluss einer zusätzlichen privaten Versicherung.

Arbeitsvertrag

Arbeitsverträge werden vom lokalen Arbeitgeber ausgestellt und enthalten in der Regel alle Abgaben und Steuern. Arbeitsverträge für Ausländer sind eher rar und daher sehr kompliziert zu erstellen, es kann durchaus vorkommen, dass ausländische Angestellte bei Arbeitsverträgen als Inländer geführt werden.

Wohnungssuche

Im Vereinigten Königreich werden wesentlich mehr Häuser und Wohnungen gekauft, als in Österreich. Es ist eher ungewöhnlich zu mieten. Da die Eigentumspreise aber sehr hoch sind, werden die meisten Häuser mithilfe einer „Mortgage“ gekauft. Diesen Kredit bezahlt man monatlich an die Bank zurück. Vielfach ist diese Summe geringer, als die Miete in einem gleichwertigen Objekt wäre. Um allerdings ein Haus zu kaufen, müssen normalerweise sofort 10% des Kaufpreises als Anzahlung geleistet werden, hinzu kommen noch Anwalts-, Verwaltungs- und Vertragsgebühren.

Bei den Wohnungspreisen gibt es ein sehr starkes Nord-Süd-Gefälle. Vor allem im Norden Englands lebt es sich wesentlich günstiger als im Süden in und um die Hauptstadt London. Die Ausgaben für Miete sollten in jedem Fall bei einem Umzug nach Großbritannien bedacht werden.

Interkulturelle Begegnung

Prilep © Pixabay

Gegenüber Ausländern ist man in Mazedonien sehr aufgeschlossen, auf Gastfreundschaft wird großer Wert gelegt. Da viele Englisch und Deutsch sprechen, kommt es selten zu Kommunikationsschwierigkeiten.

Auf das Aussehen wird sehr viel Wert gelegt, in vielen Berufen sind für Männer z. B. Anzüge ungeschriebene Pflicht. Auch sonst kann der Kleidungsstil als extravagant beschrieben werden, lediglich an Wochenenden zieht man sich etwas „einfacher“ an (siehe LINK).

Vereinzelt kann es vorkommen, dass verschleierte Frauen Männern nicht die Hand schütteln und diese stattdessen „nur“ mit einem Kopfnicken begrüßen. Dies sollte jedoch nicht als Respektlosigkeit gewertet und ebenfalls mit einem Kopfnicken beantwortet werden.

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