Runder Tisch Hochschulbildung Global

Tagung Runder Tisch Hochschulbildung Global © Eva Müllner

Der Runde Tisch hat sich im Oktober 2012 von "Runder Tisch Bildungszusammenarbeit" in "Runder Tisch Hochschulbildung Global" umbenannt.

Der Runde Tisch Hochschulbildung Global ist ein überparteilicher, fach- und ressortübergreifender Zusammenschluss von einem Dutzend öffentlicher und zivilgesellschaftlicher Einrichtungen, darunter vier Bundesministerien, Wissenschaftsinstitutionen, Dachorganisationen und Service-Einrichtungen.

Der Runde Tisch Hochschulbildung Global hat sich zur Aufgabe gestellt, die entwicklungspolitische Dimension in der Internationalisierung der Hochschulen in Österreich herauszuarbeiten, zu dokumentieren und zu stärken.

Den Vorsitz im Runden Tisch Hochschulbildung Global führt Univ.-Prof. Mag.art. Barbara Putz-Plecko (Vizerektorin an der Universität für angewandte Kunst Wien). Stellvertreter ist Univ.-Doz. Dr. Andreas Obrecht (OeAD-GmbH). Die Koordination erfolgt durch Mag. Margarete Kernegger (ehemalige Direktorin des VWU).

Mitglieder

Vertreterinnen und Vertreter von:

AAI Salzburg | Afro-Asiatisches Institut Salzburg

BMEIA | Bundesministerium für Europa, Integration und Äußeres

BMBWF | Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung

BMI | Bundesministerium für Inneres

BMASGK | Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz

BOKU | Universität für Bodenkultur

FHK | Österreichische Fachhochschul-Konferenz

KOO | Koordinierungsstelle der Österreichischen Bischofskonferenz für internationale Entwicklung und Mission

OeAD-GmbH | Österreichische Austauschdienst-GmbH

ÖFSE | Österreichische Forschungsstiftung für Internationale Entwicklung

ÖH/Bundesvertretung | Österreichische Hochschüler_innenschaft

UNIKO | Österreichische Universitätenkonferenz

Zur Geschichte

Das Kontaktkomitee Studienförderung Dritte Welt (KKS) war eine gemeinsame Diskussions-, Meinungsbildungs- und Aktionsplattform aller mit Fragen der Studienförderung und Bildungszusammenarbeit befassten Stellen in Österreich. Das 1965 gegründete Gremium war das älteste entwicklungspolitische Gremium Österreichs.

Ein Leitbild regelte die Ziele und die Arbeitsweise des KKS und machte das KKS-Handeln nach Außen hin transparent. Im Laufe seiner Aktivitäten gelang es dem KKS, zwanzig einzelne Projekte durchzuführen und erfolgreich abzuschließen.

Das KKS löste sich Ende November 2011 mit einem entsprechenden Beschluss seiner Generalversammlung selbst auf, um Raum für weitere Initiativen in einem stark veränderten entwicklungspolitischen Umfeld zu geben. Zum Zeitpunkt seiner Auflösung zählte das KKS 23 institutionelle Mitglieder, die das Gremium lange Jahre begleitet hatten.

Das Leitungsgremium des KKS setzte sich in der letzten Funktionsperiode bis Dezember 2011 aus folgenden Personen zusammen:

  • Vorsitz: Nikolaus Heger (Afro-Asiatisches Institut in Wien)
  • Weitere Mitglieder: Elke Stinnig (OeAD-GmbH), Dr. Norbert Koppensteiner (MA Programm Peace Studies Innsbruck)

Ab dem Jahr 2006 entwickelte sich ein weiterer Arbeitsschwerpunkt des KKS: das Verfassen von Positionspapieren zur Bildungszusammenarbeit im Kontext der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit und ihre Diskussion im Rahmen von entsprechenden Tagungen.

Diese Aktivität wurde vom "Runden Tisch Bildungszusammenarbeit" übernommen, der den KKS-Aktivitäten entsprang und inzwischen als eigenständiges Gremium tätig ist. Im Frühjahr 2012 wurde das dritte Positionspapier herausgegeben und im Rahmen einer Tagung diskutiert. Im Oktober 2012 erfolgte die Umbennung in "Runder Tisch Hochschulbildung Global".

Tagung 2018: Wissenschaft im Wandel

Die 17 UN-Nachhaltigkeitsziele (SDGs) bieten seit September 2015 einen globalen politischen Rahmen für sozial-ökologische Transformationen. Wie die Hochschulen aktiv diesen nachhaltigen Wandel der Gesellschaft mitgestalten können, diskutierten über 100 Teilnehmer/innen aus Forschung und Lehre, Hochschulverwaltung, den Ministerien sowie der Zivilgesellschaft. Das Fazit der Konferenz lautet, dass für vernetztes und ganzheitliches Lehren und Forschen Freiräume, längerfristige Förderstrukturen, aber auch Mut und Zivilcourage aller Beteiligten nötig ist.

Universitäten als Innovationsmotor

Damit Hochschulen zu Triebfedern des sozialen Wandels werden, braucht es zunächst einen Paradigmenwechsel an den Hochschulen selbst hin zu einem integrierten, systemischen und transformativen Ansatz sowie einen verstärkten Dialog mit allen gesellschaftlichen Akteur/innen. Im Bereich der Forschung müssen die Förderstrukturen neu gedacht werden. Nicht nur die Anzahl der Publikationen, sondern die gesellschaftliche Wirksamkeit soll berücksichtigt werden. Außerdem braucht es Freiräume, um über die komplexen Fragen nachdenken zu können und vernetzt zu forschen. Zudem sollten die SDGs stärker in den Curricula verankert werden.

Zusammenarbeit mit dem globalen Süden

Die Referent/innen forderten kritisches Denken und das Aufzeigen und die transparente Verhandlung von Machtstrukturen. Dabei wurden auch die Berührungspunkte der Nachhaltigkeitsbildung und der Entwicklungszusammenarbeit diskutiert. Die Grundfrage dabei ist, so Andreas Obrecht vom OeAD, der die Veranstaltung mitorganisiert hat: „Wie schaffen wir es, Bildung und Wissenschaft so neu zu denken, dass die europäische Hegemonie nicht fortgeschrieben wird und eine Zusammenarbeit mit dem globalen Süden auf Augenhöhe stattfindet?“

Hochschulen im Dialog mit der Gesellschaft

Ministerien und Fördergeber sowie die Hochschulen müssten neue Kooperationen finden, „es braucht neue Freiräume und Habitate, aber auch den Mut zur Veränderung – einerseits Empowerment und andererseits Offenheit aller Beteiligten“, fasst Konferenzorganisatorin Andrea Höltl von der Donau-Universität Krems zusammen. Die Wissenschaft müsse dafür auch die Partizipation aller Akteur/innen der Gesellschaft aktiv fördern. Für diesen Dialog spielen insbesondere die Studierenden eine wichtige Rolle als Multiplikator/innen jetzt und in der Zukunft.

Breite Allianz für Nachhaltigkeit

Veranstalterin der Konferenz "Wissenschaft im Wandel" war die Allianz Nachhaltiger Universitäten in Kooperation mit der Österreichischen Forschungsstiftung für internationale Entwicklung, dem Runden Tisch Hochschulbildung Global, der Österreichischen Fachhochschulkonferenz sowie dem OeAD.

Artikel über die Ergebnisse der Konferenz in der Zeitschrift GAIA - Ecological Perspectives for Science and Society.

Podcast zur Konferenz "Wissenschaft im Wandel": Allianzen und Impulse für nachhaltige Entwicklung. Im Rahmen der Sendereihe "Welt im Ohr".

Weitere Informationen

Tagung 2012: Gelebte Internationalität an österreichischen Hochschulen

Die Internationalisierung österreichischer Universitäten und Fachhochschulen ist ein selbstverständliches hochschulpolitisches Ziel geworden. In diesem Kontext auch entwicklungspolitische Fragestellungen zu berücksichtigen und den Anstoß zu geben, die Internationalisierungsstrategien und hochschulpolitischen Zielsetzungen um die entwicklungspolitische Dimension zu erweitern, ist das zentrale Anliegen des Runden Tisches Hochschulbildung Global.

Auf der Grundlage des Berichtes des Runden Tisches Hochschulbildung Global 2012 wurden entwicklungspolitisch relevante Aktivitäten der Hochschulen vorgestellt und der Mehrwert zur Internationalisierung thematisiert. Zudem wurde diskituert wie entwicklungspolitische Aspekte in Lehre und Forschung gestärkt, weiter entwickelt und kohärenter gestaltet werden könnten.