Wissen und Entwicklung

Windrad aus Karton vor Betonmauer © OeAD/Gianmaria Gava

"Entwicklung" wird als ganzheitliches Konzept verstanden, das die Lebensqualität der Menschen insbesondere in Less- und Least Developed Countries innerhalb ihrer eigenen kulturellen Rahmenbedingungen zu verbessern sucht. Die "Grenzen des Wachstums" verdeutlichen, dass sich die Lösung globaler ökologischer Probleme ohne globalen sozialen Interessensausgleich – insbesondere durch Reduktion der absoluten Armut – nicht denken lässt. Dieser Entwicklungsdiskurs problematisiert die Frage nach dem Verhältnis zwischen industrialisierten und ärmsten Ländern ebenso, wie jene nach "wünschenswerten" Wissensbeständen. Internationalisierung der Wissenschaften im Kontext entwicklungsrelevanter transnationaler Fragestellungen bedeutet auch die vorurteilsfreie Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Wissensmodellen.

Entwicklungsforschung ist ein inter- und transdisziplinärer Wissenschaftsbereich. Auf Basis empirischer Studien werden entwicklungsrelevante Analysen und Problemlösungen für infrastrukturschwache und armutsbedrohte Länder, Gesellschaften und Regionen erarbeitet. Der thematische Rahmen und die entwicklungspolitischen Zielsetzungen der Entwicklungsforschung sind durch die nachhaltigen Entwicklungsziele der Vereinten Nationen (UN-Sustainable-Development-Goals, SDGs) definiert. Forschungen in Kooperation zwischen österreichischen Hochschulen, wissenschaftlichen Einrichtungen und Partnerinstitutionen in Less- und Least Developed Countries werden gefördert und begleitet, die Ergebnisse der wissenschaftlichen Gemeinschaft und der interessierten Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Die Kommission für Entwicklungsforschung (KEF) hat bislang 100 Projekte in 39 afrikanischen, asiatischen und lateinamerikanischen Ländern realisiert, wobei die inhaltlichen Schwerpunkte auf Umwelt, Land- und Forstwirtschaft, Gesundheit, Wasser und sozialwissenschaftlichen Fragen liegen. Das Austrian Partnership Programme in Higher Education and Research for Development (APPEAR), das von der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit (OEZA) finanziert wird, hat seit dem Start Ende 2009 36 akademische Partnerschaften zwischen österreichischen Hochschulen und Universitäten und wissenschaftlichen Institutionen in den Schwerpunktländern und -regionen der (OEZA) realisiert und insgesamt 153 Studierende in Master- und PhD-Programmen betreut.

Die Abteilung Bildung und Forschung für internationale Entwicklungszusammenarbeit verfasst und ermöglicht Publikationen, produziert Radiosendungen, organisiert Veranstaltungen (wie etwa entwicklungspolitische Filmtage, öffentliche Informations- und Diskussionsveranstaltungen) und vernetzt sich national wie international mit thematisch relevanten Initiativen und Institutionen. Ziel der Vernetzung und Öffentlichkeitsarbeit ist es, zur Weiterentwicklung einer Kultur der Zusammenarbeit zwischen Österreich und den Partnerländern beizutragen, die auf den jeweiligen Stärken der Partner aufbaut und der Prämisse "auf Augenhöhe" gerecht wird.

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