Qualifikation und Vergleichbarkeit im europäischen Bildungsraum

Geodreieck und  Zirkel © Pixelio/Pictures

Da sich Bildungswege und Qualifikationen in Europa unterscheiden, wollte die Europäische Kommission Verständlichkeit und Transparenz zwischen den verschiedenen Bildungssystemen schaffen. So fördert die Kommission auch die Entwicklung von Transparenzinstrumenten in der beruflichen Aus- und Weiterbildung. Instrumente wie ECVET, Europass oder der Europäische und der Nationale Qualifikationsrahmen sollen die europaweite Mobilität von Lernenden unterstützen und die Vergleichbarkeit von Bildungsangeboten in Europa verbessern.

Österreich hat, wie andere europäische Länder, einen Nationalen Qualifikationsrahmen (NQR) entwickelt. Ziel des NQR ist es, Qualifikationen aus der Berufsbildung, Allgemeinbildung, Hochschulbildung und aus der Aus- und Weiterbildung aufgrund der erreichten Lernergebnisse einem Niveau zuzuordnen. Somit werden zukünftig österreichische Qualifikationen mit Qualifikationen aus dem europäischen Ausland vergleichbar sein.

In Österreich nimmt die Nationale Koordinierungsstelle aufgrund des NQR-Gesetzes von 2016 diese Zuordnungen vor. Diese ist als zentrale Verwaltungs-, Koordinations- und Informationsstelle im OeAD angesiedelt. Allgemeine Informationen zu den nationalen NQR-Entwicklungen sowie Qualifikationen, die bereits einem Niveau zugeordnet sind, finden Sie auf www.qualifikationsregister.at.

ECVET steht für "European Credit System for Vocational Education and Training". Leistungspunktesystem für die berufliche Aus- und Weiterbildung basiert auf einer strukturierten Beschreibung einer Qualifikation in sogenannten "Einheiten von Lernergebnissen". Lernergebnisse werden als Kenntnisse, Fertigkeiten und Kompetenzen definiert. Die ECVET-Kontaktstelle in der Nationalagentur Erasmus+ Bildung fungiert als zentrale Anlaufstelle für Erstinformation zum Thema ECVET. Sie koordiniert auch die Aktivitäten der acht nationalen ECVET-Expert/innen.

Den Bologna-Prozess mit Leben füllen – die Bologna-Servicestelle im OeAD berät und unterstützt

Mittlerweile arbeiten 48 Länder in Europa daran, ihr Anerkennungswesen so anzugleichen, dass z. B. Student/innen ohne Zeitverlust einen Auslandsaufenthalt absolvieren. Basis ist die Bereitschaft aller Hochschulen, voneinander zu lernen, sich gegenseitig zu vertrauen und die kulturelle Vielfalt der Bildungssysteme zu berücksichtigen. Ziel ist ein europaweiter bildungspolitischer Gleichklang im Sinne eines Orchesters, das aus vielen Instrumenten besteht.

Diesen Beitrag leistet die österreichische Bologna-Servicestelle im OeAD:

  • Sie begleitet gemeinsam mit der Bologna-Kontaktstelle des Bundesministeriums für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft (BMWFW) die Weiterentwicklung des Bologna-Prozesses im In- und Ausland.
  • Sie nimmt von österreichischen Hochschulen und der Studierendenvertretung (ÖH) Anliegen und Verbesserungsvorschläge zum Bologna-Prozess entgegen und leitet diese zur Bearbeitung z. B. an die national nominierten Expert/innen für den europäischen Hochschulraum, an die ministeriellen Fachabteilungen oder an akademische Anerkennungsstelle (ENIC NARIC Austria) weiter.
  • Sie vermittelt über die an den Hochschulen nominierten österreichischen Bologna-Koordinator/innen über Newsletter Beispiele guter Praxis weiter, die rasch umgesetzt werden können. Beispiele: Anerkennungsfragen (Wie funktioniert ECTS?) oder Tipps zum Abbau von Mobilitätshindernissen beim Studium.
  • Die Bologna-Servicestelle bietet über Trainings, Veranstaltungen und Social Media eine Diskussionsplattform für einen Dialog zwischen den Hochschulen und jenen Interessensvertretungen, die national mit dem Bologna-Prozess befasst sind. Ergebnisse fließen in nationale Empfehlungen oder in die Gesetzgebung.