Österreichischer Preis für Entwicklungsforschung

Österreichischer Entwicklungsforschungspreis 2021 geht an den Mattersburger Kreis

Das Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung (BMBWF) und der OeAD, Österreichs Agentur für Bildung und Internationalisierung, verliehen am 2. Dezember 2021 in einer online Konferenz (aufgrund der COVID-19 Restriktionen) den Österreichischen Entwicklungsforschungspreis 2021.

Der Hauptpreis in Höhe von 5.000 Euro ging an den Mattersburger Kreis für Entwicklungspolitik, die Jungwissenschaftlerinnen Christina Gugerell und Marta López Cifuentes erhielten den Nachwuchspreis in Höhe von 2.000 Euro.

Seit 2013 werden alle zwei Jahre wissenschaftliche Institutionen, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bzw. Nachwuchsforscherinnen und Nachwuchsforscher für exzellente wissenschaftliche Leistungen im Bereich der Entwicklungsforschung ausgezeichnet. Der Preis ist vom BMBWF dotiert und wird vom OeAD umgesetzt.

„Dieser Preis ist eine ideale Möglichkeit, um Entwicklungsforschung in den Fokus zu rücken. Es geht darum Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auszuzeichnen, die mit ihrer Analyse und Forschung etwaige Lösungsansätze für gesellschaftliche Problemstellungen anbieten und die breite Öffentlichkeit für wesentliche Zukunftsthemen sensibilisieren. Ich gratuliere herzlich“, so Wissenschaftsminister Heinz Faßmann.

OeAD-Geschäftsführer Jakob Calice betont: „Das Erreichen der globalen Nachhaltigkeitsziele ist nur mit internationalem Wissensaustausch und hochqualifizierter Entwicklungsforschung möglich, in der Themen wie soziale, ökonomische oder ökologische Entwicklungen analysiert und diskutiert werden. Es freut mich, dass wir heute Institutionen bzw. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auszeichnen konnten, die in diesem zukunftsorientierten Bereich mit Ausdauer und Geduld außerordentliche Leistungen erbracht haben.“

Vor 40 Jahren von Studierenden und Lehrenden gemeinsam gegründet, ist der Mattersburger Kreis für Entwicklungspolitik ein unverzichtbarer Bestandteil der wissenschaftlichen Landschaft in Österreich. Besonders hervorzuheben sind die seit vielen Jahren erscheinenden interdisziplinär ausgerichteten Publikationen „Journal für Entwicklungspolitik (JEP)“ und die „Buchreihe zu Gesellschaft, Entwicklung und Politik (GEP)“. Lokal-global vernetzte, relevante und zugleich exzellente Forschungstätigkeiten wurden so über Jahrzehnte einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Zu unterstreichen ist dabei vor allem deren Bedeutung für Generationen an Studierenden und Jungwissenschaftlerinnen und Jungwissenschaftler unterschiedlichster Disziplinen.

Den Nachwuchspreis erhielten die beiden Jungwissenschaftlerinnen Christina Gugerell und Marta López Cifuentes für ihren in einer renommierten internationalen Fachzeitschrift veröffentlichten Artikel  "Food democracy: possibilities under the frame of the current food system" (open access). Sie stellen darin das Konzept der Ernährungsdemokratie vor, das sie auf innovative Weise weiterentwickeln. Ernährungsdemokratie befasst sich mit den Akteurinnen und Akteuren innerhalb eines Ernährungssystems und wie diese stärker beteiligt werden können, mit dem Ziel einer nachhaltigen Transformation. Die Autorinnen gehen dabei über eine rein theoretische Darstellung hinaus und beleuchten dieses Konzept im Kontext des urbanen Ernährungssystems in Wien.