Republik Moldau

Republik Moldau © OeAD/OeAD

Hauptstadt: Chişinău
Landesfläche: 33.843,5 km2
Einwohneranzahl: ca. 3,3 Mio
Amtssprache: Rumänisch, regional auch Russisch, Ukrainisch und Gagausisch

Webtipps:

Moldau Regierung Ministerium für Bildung, Kultur und Wissenschaft

Chişinău

Das OeAD Projektbüro in Chişinău besteht seit November 2003. Gemeinsam mit dem moldauischen Bildungsministerium und Organisationen vor Ort führt es Projekte zur Verbesserung der Qualität der beruflichen Bildung und der Stärkung inklusiver Bildung in der Republik Moldau durch.

Schwerpunkte:

  • Inklusive Bildung
  • Berufsbildung

Beispiele:

I-VET – INKLUSIVE BERUFSBILDUNG
(Laufzeit: 2018–2021)
Inklusive Bildung ist fest in den Strategien und der nationalen Gesetzgebung der Republik Moldau verankert. Um die Umsetzung der strategischen Vorgaben im Bereich der inklusiven Bildung zu unterstützen, wurden in den letzten Jahren institutionelle Unterstützungsstrukturen geschaffen, vor allem die Psychopädagogischen Servicestellen (SAPs), die in jedem Bezirk tätig sind und allgemeinbildende Schulen in der Umsetzung von inklusiver Bildung unterstützen. Während im Pflichtschulbereich große Fortschritte bei der Umsetzung von inklusiver Bildung gemacht wurden, steht die Inklusion im Bereich der Berufsbildung noch in ihren Anfängen.

Im Projekt I-VET wird das moldauische Bildungsministerium daher bei der Einführung inklusiver Berufsbildung und der Erarbeitung der entsprechenden gesetzlichen Rahmenbedingungen unterstützt. Anhand von neun Pilotschulen werden seit dem Schuljahr 2018/2019 erfolgversprechende Ansätze der inklusiven Berufsbildung und deren Umsetzbarkeit erprobt. Diese Schulen verfügen nun über die notwendigen Kompetenzen um einen inklusiven Bildungsprozess zu planen und umzusetzen.

Ein Handbuch zu inklusiver Berufsbildung wird derzeit in einer Kooperation zwischen österreichischen und moldauischen Expertinnen und Experten erarbeitet und allen 89 berufsbildenden Institutionen in der Republik Moldau zur Verfügung gestellt werden. Darüber hinaus wurde in enger Kooperation mit allen relevanten Stakeholdern die Entwicklung der rechtlichen Rahmenbedingungen unterstützt. Nicht nur wurden klare Regelungen zum Übergang zwischen Allgemeinbildung und Berufsbildung geschaffen, auch wurden methodisch-didaktische Grundlagen gesetzlich verankert und die Möglichkeit der Individualisierung von Lehrplänen und der Berufsausbildung mit Teilqualifizierung geschaffen.

In der aktuellen Projektphase soll die Struktur der Psychopädagogischen Servicestellen (SAPs) dazu befähigt werden, ihre Beratungstätigkeit auf eine erfolgreiche schulische Inklusion von Jugendlichen mit SEN an berufsbildende Schulen auszuweiten. Schulungen für die Mitarbeiter/innen der Psychopädagogischen Servicestellen (SAPs) sollen deren Know-How in den Bereichen der fachpraktischen Ausbildung, Teilqualifizierung, Prüfungsmodalitäten im Berufsschulwesen sowie Berufsorientierung und -beratung erweitern um die berufsbildenden Institutionen in der Republik Moldau bestmöglich in der Umsetzung von inklusiver Bildung unterstützen zu können.

Direkte Zielgruppe:

  • Beamtinnen und Beamte des Bildungsministeriums, die in die Gestaltung der strategischen und rechtlichen Rahmenbedingungen für die inklusive Berufsbildung eingebunden sind, d.h. 5 Personen
  • Alle 89 Berufsschulen oder Colleges, inkl. Lehrpersonal und Schulleitungsteams
  • 35 Psychopädagogische Servicestellen (SAPs) in allen Regionen Moldaus, d.h. 50 Personen
  • Führungsteam und Mitarbeiterinnen der Nationalen Koordinationsstelle der Psychopädagogischen Servicestellen (CRAP), d.h. 5 Personen

Indirekte Zielgruppe:

  • 845 Jugendliche mit SEN an allen berufsbildenden Institutionen in der Republik Moldau

FA-VET – FINANZIELLE AUTONOMIE BERUFSBILDENDER SCHULEN
(Laufzeit 3. Projektphase: 2017 – 2020)
Berufsbildung zur Verbesserung der Arbeitsmarktchancen junger Menschen ist für die Entwicklung der Republik Moldau eine Priorität. Für eine bessere Anbindung der Berufsbildung an den Arbeitsmarkt sind zwei Kompetenzbereiche besonders wichtig: die Vermittlung von unternehmerischem Denken und Handeln sowie fachpraktische, arbeitsmarktrelevante Fertigkeiten.

Einkommensgenerierung ergänzt den fachpraktischen Bildungsauftrag und generiert darüber hinaus zusätzliche Ressourcen für einen qualitativen Bildungsprozess. Durch wirtschaftliche und finanzielle Autonomie erhalten berufsbildende Schulen die Möglichkeit das so erwirtschaftete Einkommen für die Entwicklung ihrer Institutionen zu verwenden. Das Projekt FA-VET ist die dritte, erweiterte Projektphase des Projektes VEN (Einkommensgenerierung an berufsbildenden Schulen in der Republik Moldau).

In der ersten Phase wurden in enger Zusammenarbeit mit Bildungs- und Landwirtschaftsministerium an sieben Pilotschulen erfolgreich Modelle der schulischen Einkommensgenerierung unter Einbeziehung der Schülerinnen und Schüler pilotiert. Auf Basis der Erfahrungen während der Pilotphase wurden Empfehlungen für notwendige Anpassungen der rechtlichen und administrativen Rahmenbedingungen erarbeitet.

In der zweiten Projektphase wurde die Umsetzung der erarbeiteten Empfehlungen auf ministerieller Ebene begleitet. Mit 1. Oktober 2018 wurde die weitgehende finanzielle Selbstverwaltung der berufsbildenden Schulen in der Republik Moldau beschlossen.

In der dritten Projektphase wurden schließlich berufsbildenden Schulen in der Etablierung von Mechanismen für eine effiziente und transparente finanzielle Selbstverwaltung und Einkommensgenerierung unterstützt und Kapazitäten für eine nachhaltige Unterstützung von Schulen in diesem Bereich im Berufsbildungssystem aufgebaut. Die Schulleiterinnen und Schulleiter aller 89 berufsbildenden Institutionen wurden auf die neuen Prozesse vorbereitet und in Workshops in ihren Managementkapazitäten im Bereich der schulischen Einkommensgenerierung gestärkt.
Auch die Buchhaltungsteams wurden in der Anwendung der neuen Finanzabläufe geschult und von einer lokalen Expertin ein Jahr lang in der Abwicklung begleitet. So konnten alle 89 berufsbildenden Institutionen in der Republik Moldau in der Umsetzung von Einkommensgenerierung und finanzieller Autonomie gefördert werden. Gleichzeitig wurden Schulungsmodule an moldauischen Exzellenzzentren entwickelt und verankert, um die Schaffung entsprechender Fortbildungsangebote vor Ort zu unterstützen.

Das Projekt wurde in Kooperation mit dem Liechtensteinischen Entwicklungsdienst (LED) durchgeführt.

Direkte Zielgruppe:

  • Moldauisches Bildungsministerium, insbes. Berufsbildungsabt. sowie Finanzabteilung
  • Moldauisches Landwirtschaftsministerium, insbes. die für die Colleges zuständige Abt.
  • 7 Centers of Excellence aller Fachbereiche die Trainings zu FA und EKG anbieten möchten (in Koop. mit NGO CEDA)
  • Schulleitungs- und Administrationsteams von 89 berufsbildenden Institutionen
Indirekte Zielgruppe:

  • Ca. 44.348 Jugendliche an berufsbildenden Schulen

Das nun veröffentlichte Handbuch zur wirtschaftlichen Aktivität an berufsbildenden Institutionen ist hier und auf der Website des moldauischen Bildungsministeriums abrufbar und wird allen 89 berufsbildenden Schulen zur Verfügung gestellt.

MFC – MANAGEMENT FOR CHANGE
(Laufzeit: 2020 – 2022)
Der Regierungsbeschluss zur finanziellen und wirtschaftlichen Autonomie der berufsbildenden Institutionen vom 1. Oktober 2018 eröffnet neue Handlungsspielräume für das Schulmanagement. Die dadurch ermöglichten Freiheiten stellen das Schulmanagement jedoch auch vor neue Herausforderungen. Prozesse, die zuvor staatlich reguliert waren, bedürfen nun eines effektiven und zielgerichteten Managements um das schulische Potenzial voll ausschöpfen zu können und eine qualitätsvolle Schulentwicklung zu ermöglichen.

Das Projekt „MFC – Management for Change“ setzt sich daher zum Ziel, in Kooperation mit drei moldauischen Weiterbildungsinstitutionen und mit Expertinnen und Experten der PH Niederösterreich ein Weiterbildungsangebot für Schulmanagement zu entwickeln, das auf die aktuellen Bedürfnisse und Herausforderungen der Management-Teams an den berufsbildenden Institutionen eingeht und diese in ihrer Arbeit stärkt. An drei moldauischen Weiterbildungsinstitutionen in den Regionen Nord, Zentrum und Süd sollen Fortbildungsangebote zu Leadership, Change-Management und Quality Assurance etabliert werden.

Direkte Zielgruppe:

  • 3 moldauische Weiterbildungsinstitutionen in den Regionen Nord, Zentrum, Süd Trainerinnen- und Trainerteams (ca. 3 Personen/Institution)
  • Bis zu 15 berufsbildende Institutionen in den Regionen Nord, Zentrum, Süd die im Rahmen der Pilotphase an den entwickelten Trainings teilnehmen (ca. 5 Personen/Institution)
Indirekte Zielgruppe:

  • Management Teams an allen 89 berufsbildenden Institutionen 485 Personen im Schuljahr 2018/2019
  • Schülerinnen und Schüler an 89 berufsbildenden Institutionen 44.348 Personen im Schuljahr 2018/2019
Personen präsentieren Flipchart-Bögen © OeAD/OeAD
Personen diskutieren auf einem Podium © OeAD/OeAD
Menschen sitzen in einem Saal und hören jemandem zu © OeAD/OeAD
Drei Workshopteilnehmerinnen diskutieren am runden Tisch über Ergebnisse © OeAD/OeAD