60 Jahre OeAD: Europa und wir

6. Mai 2021 OeAD60OeAD
Drei junge Menschen laufen mit einer EU-Flagge
Die Geschichte des OeAD ist untrennbar mit der europäischen Integration verbunden.

Der 9. Mai ist der Tag der historischen Schuman-Erklärung: An diesem Tag im Jahr 1950 hielt der damalige französische Außenminister Robert Schuman in Paris eine Rede, in der er seine Vision einer neuen Art der politischen Zusammenarbeit in Europa vorstellte – eine Zusammenarbeit, die Kriege zwischen den europäischen Nationen unvorstellbar machte. Robert Schumans Vorschlag gilt als Grundstein der heutigen Europäischen Union, der 9. Mai wird seitdem jährlich als Europa-Tag begangen.

Gerade für Bildung, Kultur, Wissenschaft und Forschung bietet Europa einen enormen Mehrwert. Seit den 1960er Jahren hat sich die europäische Bildungspolitik – zunächst langsam und seit Ende der 1990er Jahre mit zunehmender Geschwindigkeit – zu einem besonderen Feld der europäischen Politik entwickelt. Auch die Geschichte des OeAD ist stark mit dem europäischen Bildungsraum verknüpft.

Europa im OeAD
Die Umsetzung des europäischen Gedankens an Schulen, Berufs- und Erwachsenenbildungseinrichtungen sowie an Hochschulen und Forschungseinrichtungen lässt Menschen Grenzen überwinden und zu neuen Erfahrungen und Erkenntnissen gelangen. Die im OeAD beheimateten Programme und Initiativen leisten einen wesentlichen Beitrag, die europäische Dimension auf allen nationalen Bildungsebenen zu verankern und zu stärken. Es gehört zum Selbstverständnis des OeAD, die Bewusstseinsbildung als Europäerinnen und Europäer zu bestärken.

Insbesondere die Programme der Europäischen Kommission fördern die Europäisierung der nationalstaatlichen Bildungsinstitutionen und die Vergleichbarkeit von Bildungssystemen und Bildungsabschlüssen. Ziel ist nicht zuletzt die Entwicklung und Harmonisierung eines europäischen Bildungsraums (Bologna-Prozess). Das EU-Programm Erasmus nimmt dabei einen zentralen Stellenwert ein und eröffnet Menschen in vielerlei Hinsicht neue Horizonte. Was als Studentenaustauschprogramm begann, umfasst mittlerweile Schulen, Hochschulen, die Berufs- und Erwachsenenbildung sowie die Bereiche Jugend und Sport.

Über eine Viertelmillion Personen aus Österreich packte bisher das Fernweh, um in einem anderen Land ein Praktikum zu absolvieren, zu studieren, zu lehren, zu arbeiten, ein Projekt zu initiieren oder eine Freiwilligentätigkeit auszuüben. Das ist sehr eine beachtliche Menge, wenn man bedenkt, dass 1992 – seit damals nimmt Österreich am Erasmus-Programm teil – 893 österreichische Studierende in ein anderes europäisches Land studieren gegangen sind.

Der OeAD ist außerdem Partner in der EU-Initiative Euraxess, dem europaweiten Netzwerk, das Mobilität und Karriere von Forscher/innen unterstützt.

Europa ist selbstverständlich mehr als Erasmus & Co: Zusätzlich zu den EU-Programmen ist der OeAD für ein breit gefächertes Angebot im europäischen Kontext zuständig. Seit 1989 unterstützt der OeAD Bildungs- und Wissenschaftsbeziehungen zu den Ländern des ehemaligen Ostblocks. Dazu zählt unter anderem das zentraleuropäische Universitäten-Netzwerk CEEPUS (Central European Exchange Program for University Studies), welches Studien- und Forschungsaufenthalte an Mitgliedsuniversitäten in den Partnerländern ermöglicht.

Der OeAD in Europa
Auch die Bildungskooperation mit Ost- und Südosteuropa (BIKO) hat ihren Ausgangspunkt in den Bestrebungen nach europäischer Integration. Die Bildungskooperation fördert den Austausch und die Kooperation zwischen Bildungsinstitutionen in Ost- und Südosteuropa und Österreich und unterstützt auf diesem Weg nachhaltige Bildungsreformen im voruniversitären Bereich. Der OeAD unterhält ein Netzwerk von Kooperationsbüros in osteuropäischen und südosteuropäischen Partnerländern, die von österreichischen Beauftragten für Bildungskooperation betreut werden.

Lehren im Ausland bringt Erfahrungen aus dem Ausland zurück ins österreichische Bildungssystem. Möglich wird dies im Rahmen des Programms weltweit unterrichten, beim Unterricht von Deutsch als Fremdsprache oder im Zuge des Lektoratsprogramms.

Internationalisierung – mit Zusammenarbeit zum Erfolg
Alle hier genannten Programme setzen ein wichtiges Signal für die Zusammenarbeit in Europa und fungieren als Impulsgeber für die österreichische Bildungspolitik. Auslandsaufenthalte tragen zum persönlichen Kompetenzaufbau bei, sie stärken die Innovationsfähigkeit von Institutionen bis hin zu ganzen Bildungssystemen. Die Auseinandersetzung mit dem Anderen führt zu mehr Verständnis für andere Positionen und zu einem wertschätzenden Umgang mit Vielfalt. Internationaler Wissensaustausch und Expertise stärken den Standort Österreich. Internationalisierung ist somit die beste Investition in die Zukunft. Dafür stehen wir seit 1961.

Aktuelle Veranstaltungshinweise und Termine der Vertretung der EK in Österreich zum Europatag 2021

Autorin: Cathrine Seidelberger